Heidelberg, Hochschulkonzerte, Musik in der Region

Sonaten für Prinz Esterhazy

Miklós Spányi, Cembalo
Eröffnungskonzert des 43. Heidelberger Kammermusikfestivals

Dienstag, 7. Januar 2020
19:30
Uhr
Palais Prinz Carl
Kornmarkt 1
69117 Heidelberg
€ 5,-/ erm. € 2,50

Programm

 

 

 

 

Joseph Haydn
1732-1809

 

 

Vier Sonaten

dem Prinzen Esterhazy
gewidmet

(aus Sei sonate per il
cembalo,1774)

 

 

 

Sonate C-Dur Hob.
XVI:21

- Allegro

- Adagio

- Presto

 

 

 

Sonate Es-dur Hob.
XVI:

- Moderato

- Tempo di Menuet

 

 

 

PAUSE

 

 

 

Sonate D-dur Hob.
XVI:24

- Allegro

- Adagio

- Presto

 

 

 

 

Sonate A-dur Hob. XVI:

- Allegro moderato

- Menuet al rovescio

- Presto

 

 

Miklós Spányi, Cembalo

 

 

 

 

 

 

Wir weisen darauf
hin, dass Bild- und / oder Tonaufnahmen bei der Veranstaltung aus
urheberrechtlichen Gründen nicht gestattet sind.

 

 

 

In Joseph Haydns Schaffen stehen die zahlreichen Sonaten für
Tasteninstrumente fast so zentral, als die berühmten Sinfonien und
Streichquartetten. Von den Sonaten sind viele schon zu Haydns Lebzeiten in
Druck erschienen. Seine erste publizierte Sonatensammlung und überhaupt seine
allererstes in Druck verlegtes Werk waren die sechs 1773 komponierten
Sonaten, die er seinem Arbeitsgeber, dem Prinzen Nikolaus Esterházy widmete.

 

Die Wahl des Instrumentes in Haydns Sonaten (sowie in den meisten
'Klavierwerken' seiner Zeitgenossen) stand im 18. Jahrhundert weitgehend
offen. Je nach Möglichkeiten, sozialem Stand oder Gewohnheiten waren das
prächtige Cembalo, das leisere Clavichord oder das wohl noch seltener
anzutreffende Hammerklavier gleichberechtigte Alternativen. Obwohl
Hammerklaviere vor allem in England, aber laut Mozart auch im
Südwestdeutschen Raum reichlich vorhanden waren, blieb Österreich in dieser
Hinsicht noch lange recht altmodisch: dort hat man sich noch bis etwa 1780
fast ausschließlich des Cembalos oder des Clavichordes bedient.

 

Die 6 'Esterhazy-Sonaten' bezeugen Haydns unerschöpflich reiche
musikalische Fantasie. Sowohl die Strukturen der einzelnen Sonaten als auch
die thematischen Materialen sind sehr vielfältig und geben jeder Sonate eine
persönliche Prägung. Die Sonaten sind Haydns Streichquartetten und Sinfonien
ähnlich mit größter Sorgfalt ausgearbeitet. Die sehr raffinierte und feine
kompositorische Arbeit erscheint aber nirgendwo als theoretisierend oder
trocken: die Stücke bieten sowohl den Zuhörern als dem Interpreten hochwertige,
elegante musikalische Unterhaltung an. 

 

Miklós Spányi wurde in Budapest,
Ungarn geboren und studierte Orgel, Komposition und  historische Tasteninstrumente in seiner
Heimatstadt sowie in Antwerpen und München. Nach langjähriger Tätigkeit in Finnland
ist er in Deutschland ansässig  und
unterrichtet an der Hochschule für
Musik und Darstellende Kuns
t in Mannheim, der Franz Liszt-Musikhochschule in Budapest und der Hogeschol voor kunsten in Amsterdam.

 

Miklós Spányi hat weltweit Konzerte gegeben und zahlreiche Aufnahmen
gemacht sowohl solistisch als mit dem von ihm 1987 gegründeten
Barockorchester Concerto Armonico
Budapest
. Spányi gilt momentan als einer der führenden Forscher der Musik
Carl Philipp Emanuel Bachs. In seiner mittlerweile weltweit bekannten
Gesamteinspielung der  Clavierkonzerte
bzw. der Solo-Clavierwerke dieses Komponisten sind bisher 59 Cd's erschienen.
Miklós Spányi hat auch viele Werke C.P.E.Bachs herausgegeben. Er ist auch als
Komponist und Improvisator bekannt.