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BRICOLO!

Im Rahmen der Kurpfalz-Konzerte Neustadt an der Weinstraße
Stummfilmkonzert mit Neuvertonungen der Filmklassiker von Charley Bowers
Konzertante Erstaufführung mit Werken von Michael Barrett, Alfredo De Vecchis, Paolo Fradiani, Qiuyue Jin, Lingju Liu, Valentin Schaff, Martin Stötzer und Friedrich Stockmeier
Ensemble MA.NM der Musikhochschule
Die Kompositionen von Studierenden der Klasse Prof. Sidney Corbett (Komposition) und Prof. Philipp Ludwig Stangl (Neue Medien) entstanden im Auftrag von ARTE/ZDF.

Dienstag, 28. Mai 2019
18:00
Uhr
Saalbau
Bahnhofstr. 1
67434 Neustadt/Weinstraße
€ 5,-/ erm. € 3,-
Tel: 06321-855404
Veranstalter: Kulturabteilung der Stadt Neustadt an der Weinstraße

Programm

 

NOW YOU TELL ONE / Non tu exagéres (1926, 22')

„Now you
tell one" gilt als Charley Bowers erfolgreichster und bekanntester Film. Er
handelt von Bricolo, Bowers filmischen Alter Ego, der in einem „Lügenclub"
von einem von ihm erfundenen Zaubertrank berichtet, der jede vorstellbare
Sache an einer Pflanze wachsen lässt. Aus Keimlingen werden Schnürsenkel, aus
einem Holzgriff ein Weihnachtsbaum - alles ist möglich. Als auf einer Farm eine Mäuseplage herrscht, lässt
er mithilfe seines Tranks Katzen wachsen. Doch ähnlich wie in Goethes „Der
Zauberlehrling" nehmen die Geschehnisse eine unerwartete Wendung...

Komposition:
Alfredo De Vecchis & Paolo
Fradiani

 

EGGED ON / Pour épater les poules (1926, 24')

Im Zentrum
des Films „Egged on" stehen Bricolo und seine Erfindung: Eine Maschine, die
Eier bruchsicher machen kann. Mit aus der Nachbarschaft zusammengeklauten
Gegenständen schafft er es tatsächlich, eine funktionierende Maschine
herzustellen. Stolz lädt Bricolo Vertreter der „International Egg Shippers
Association" zur Präsentation seiner Erfindung ein. Doch als er feststellt,
dass ihm hierfür Eier fehlen, muss er diese schnell besorgen. Dieses
Unterfangen ist in typischer Bowers Manier mit herrlich absurden Situationen
ausgestaltet.

Komposition:
Michael Warren Barrett & Friedrich Stockmeier

 

 

- Pause -

HE DONE HIS BEST / Une Invention moderne (1926, 24')

In dem 1926
entstandenen Film „He done his best" landet Bricolo als Tellerwäscher in dem
Restaurant, das dem Vater seiner Angebeteten gehört. Als die anderen Angestellten herausfinden, dass der
Neue kein Mitglied in der Gewerkschaft ist, kündigen sie aus Protest. Bricolo
bleibt alleine in der Küche zurück und muss nun sämtliche Aufgaben
übernehmen. Aus der Not macht er eine Tugend und erfindet eine Maschine, die
alle Vorgänge übernimmt:
Vom Kochen bis hin zum Servieren der Speisen... Bowers geniale Erfindung mag
mit Recht als Vorläufer der Fütterungsmaschine von Chaplins MODERN TIMES
betrachtet werden.

Komposition:
Valentin Schaff & Martin Stötzer

 

SLEEPLESS
NIGHT
(1940/41, 11')

Der mit
grosser Liebe zum Detail produzierte Stopmotion-Animationsfilm „Sleepless
Night" war wahrscheinlich mit Soundtrack und/oder Toneffekten versehen - die
historische Tonspur ist jedoch nicht erhalten. In elf Minuten wird aus dem
Leben einer Mäusefamilie erzählt, die sich ihre Wohnung im Inneren einer Wand
eingerichtet hat.

Komposition:
Qiuyue Jin & Lingju Liu

 

Ensemble MA.NM der
Musikhochschule Mannheim

 

Maria Jose
Pardo Reyes - Flöte (Klasse Prof. Jean-Michel Tanguy)

Maria Schöne - Klarinette (Klasse
Prof. Rainer Müller-van Recum)

Florian Müller - Trompete (Klasse
Prof. Günther Beetz)

Sebastian Harras - Posaune (Klasse
Prof. Ehrhard Wetz)

Brian Maier - Perkussion (Klasse
Prof. Dennis Kuhn)

Anita ArakilianGhshlagh -
Klavier (Klasse Prof. Andreas Pistorius)

Malin Janina Grass - Violine (Klasse
Prof. Viviane Hagner)

Chung-Yu Chen - Cello (Klasse
Prof. Istvàn Vàrdai)

Patrick Baumann - Gitarre (Klasse
Prof. Frank Kuruc)

 

Sebastian Zierer -
musikalische Leitung

 

Prof. Sidney Corbett und
Prof. Philipp Ludwig Stangl - künstlerische Leitung

Charley
Bowers
(1889-1946) gilt als eine der rätselhaften Persönlichkeiten des frühen amerikanischen Kinos.

Bevor Bowers
als Schauspieler und Regisseur kurioser Kurzfilme bekannt wird, arbeitet er an der Herstellung
zahlloser animierten „Mutt and Jeff"-Comics (1916-1926) mit. Diese Arbeit
hinterlässt Spuren in seinem späteren Werk voller bizarrer Einfälle. In
seinen Filmen verbindet er mit skurrilem Humor Animation mit Real-Aufnahmen
und schafft so aufwändige und verblüffende Szenen. Mit virtuoser Tricktechnik
erfindet Bowers eine ganz eigene, unverkennbare Filmsprache zwischen
amerikanischem Slapstick und europäischem Surrealismus. Damit nimmt er eine
Vorreiterstellung in der damaligen Filmwelt ein, die auch den Vergleich zu
den großen Stummfilmkomödianten wie Charles Chaplin oder Buster Keaton nicht zu
scheuen braucht. Die wenigen seiner Filme, die heute verfügbar sind, ziehen
immer noch das Publikum in ihren Bann.

 

Stummfilm
auf ARTE
:

Der
europäische Kulturkanal ARTE und das ZDF fördern seit vielen Jahren im Rahmen der Reihe „Stummfilm auf
ARTE" den Erhalt und die Sichtbarmachung des Europäischen Filmkulturerbes.
Raritäten und Klassiker des frühen Kinos werden in Kooperation mit einem
weltumspannenden Netzwerk aus Filmarchiven restauriert und digitalisiert,
Originalmusiken rekonstruiert und neue Filmmusiken für Ensemble und Orchester
in Auftrag gegeben.

Innerhalb dieser Reihe schufen sieben Komponisten und eine
Komponistin der Musikhochschule Mannheim unter der künstlerischen Leitung von
Prof. Sidney Corbett (Komposition) und Prof. Philipp Ludwig Stangl (Neue
Medien) Neuvertonungen von vier zentralen Werken aus dem Filmschaffen von
Charley Bowers. Die Filme wurden am 21. Dezember 2014 auf ARTE ausgestrahlt. Fast fünf
Jahre nach der Erstausstrahlung werden nun erstmals die Kompositionen live
zur Aufführung gebracht.

 

Redaktion: Nina Goslar (ARTE Spielfilmredaktion im ZDF)

Produzent: Thomas Schmölz (2eleven || zeitgenössische
musik projekte)

Aufführungsrechte: Lobster Film Paris

 

 

 

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