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Mit Brahms ins Abi

Johannes Brahms' Klavierquintett f-Moll op. 34

Susanne Rabenschlag, Violine I
Elena Martinez-Eisenberg, Violine II
Hideko Kobayashi, Viola
Zoltan Paulich, Violoncello
Rudolf Meister, Klavier

Donnerstag, 14. Dezember 2017
19:00
Uhr
Musikhochschule Mannheim
Kammermusiksaal
N 7, 17
68161 Mannheim
Eintritt frei

Das
Klavierquintett f-Moll op. 34 von Johannes Brahms gehört in Baden-Württemberg
zu den Sternchenthemen im Musik-Abitur. Zur Vorbereitung auf die Klausuren
bietet die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim in
diesem Jahr erstmalig ein ganz besonderes Konzert nur für Schülerinnen und Schüler
an: Professorinnen und Professoren spielen das Klavierquintett, Frau Phung
gibt auf unterhaltsame Weise eine Einführung in die Musik. Durch die
Verbindung von Hören und Anhören werden die kompositorischen Strukturen des
Klavierquintetts deutlich, wird verständlich, was Clara Schumann eigentlich
mit dem Stück zu tun hatte oder warum Arnold Schönberg von der „entwickelnden
Variation" sprach.

 

 

 

 

 

 

 

Johannes Brahms

1833-1897

Klavierquintett f-Moll op.34

-        
Allegro non troppo

-        
Andante, un poco adagio

-        
Scherzo. Allegro

-        
Finale. Poco sostenuto - Allegro non troppo - Presto non troppo

 

 

 

 

 

Susanne Rabenschlag, Violine I

Elena Martinez-Eisenberg, Violine II

Hideko Kobayashi, Viola

Zoltán Paulich, Violoncello

Rudolf Meister, Klavier

Veronika Phung, Einführung

 

 

 

Für
Susanne Rabenschlag ist
Kammermusik die Ausdrucksform mit dem weitesten Horizont. Das breit
gefächerte Repertoire liefert der Ersten Geigerin des Verdi Quartetts immer
neue Anregungen - wie eine »bunte und abenteuerliche musikalische
Spielwiese«, auf der sich selbst das Bekannteste in einem ständigen Wandel
befindet.

Ihre
professionelle Ausbildung erhielt sie bei Max Rostal an der Musikhochschule
Köln und - als Stipendiatin der Deutschen Studienstiftung - bei Dorothy DeLay
an der Juilliard School of Music in New York. Studien beim Amadeus Quartett
sowie Meisterkurse beim Melos-Quartett und dem Schostakowitsch-Quartett in
Moskau schlossen sich an.

1985
gründete Susanne Rabenschlag mit Karin Wolf das Verdi Quartett, mit dem sie
bei den großen Festivals von Schwetzingen, Ludwigsburg und Zermatt, dem
Mozart-Festival im französischen Lille und dem Orlando-Festival im
niederländischen Kerkrade oder auch dem Bach-Festival von Oregon gastiert, wo
das Ensemble als Quartet-in-residence wirkte.

Gemeinsam
mit dem ägyptischen Pianisten Hatem Nadim bildet Susanne Rabenschlag ein Duo,
mit dem sie sämtliche Violinsonaten von Wolfgang Amadeus Mozart für CAvi
eingespielt hat. Seit 1995 hat Susanne Rabenschlag eine Professur für Violine
und Kammermusik an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende
Kunst Mannheim. Sie gibt internationale Meisterkurse und Workshops und ist
Jurymitglied bei nationalen und internationalen Wettbewerben.

 

 

Mit sieben Jahren begann Elena Martinez-Eisenberg das Violinspiel und trat schon nach
einem Jahr als Solistin mit dem a-moll Violinkonzert von Antonio Vivaldi auf.
Vor ihrem Studium an der Gnessin-Musikakademie in Moskau, nahm Elena
Martinez-Eisenberg an zahlreichen Konzerten und Wettbewerben regional und
russlandweit teil, spielte über eine lange Zeit in mehreren
Kammermusikensembles und war auch als Komponistin erfolgreich. Von 2001 bis
2006 studierte sie bei Prof. Achtyamova und Prof. Rabey (Hauptfach Violine),
bei Prof. Berlinsky (Quartettspiel) und bei Prof. Fedorenko (Kammermusik).

Während ihres Studiums nahm Elena Martinez-Eisenberg an
zahlreichen internationalen Wettbewerben und Meisterkursen u.a. bei Prof.
Kussmaul, dem Vogler-Quartett und dem Orlando-Quartett (2002) teil. Als
Teilnehmerin des Schostakowitsch-Quartettwettbewerbs in Moskau wurde sie für
ihre Interpretation des Schostakowitsch-Quartetts ausgezeichnet. 2003 folgten
im Rahmen des Wettbewerbs „Hopes, Talents, Masters" in Dobrich (Bulgarien)
der 3. Preis in der Solowertung und der 2. Preis im Fach Klavierduo. 2005
gewann sie beim „Maria Yudina" Wettbewerb in Sankt-Petersburg den 2. Preis im
Fach Klavierduo und im gleichen Jahr den 1.Preis im Wettbewerb „The Art of
21. Century" in Kiew.

2006 setzte Elena Martinez-Eisenberg ihre Ausbildung an
der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim bei
Prof. Pistorius und Prof. Rabenschlag erfolgreich fort und schloss 2010 die
Studiengänge „Künstlerische Ausbildung" und das Zusatzstudium „Kammermusik"
mit der Abschlussnote 1,0 ab. 2015 wurde sie Dozentin an der Staatlichen
Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim.

Seit 2011 unterrichtet Elena Martinez-Eisenberg an der
Städtische Musikschule Bad Dürkheim. Währenddessen sammelt sie weitere
Erfahrungen im pädagogischen Bereich durch Teilnahme bei Fortbildungen wie
„Barockvioline für Schüler" bei Anton Steck oder „Colour Strings" bei Geza
Szilvay. Unter den Schülern der Elena Martinez-Eisenberg sind Preisträger des
„Jugend Musiziert"- Wettbewerbs, drei ihrer Schüler bekamen Studienplätze an
den Musikhochschulen Deutschlands. Im März 2015 gründete Elena
Martinez-Eisenberg zusammen mit ihrem Ehemann Strings Factory, eine Schule
für Streichinstrumente.

Seit 2007 ist Elena Martinez-Eisenberg als freie
Mitarbeiterin in verschiedenen Orchestern der Region tätig, unter anderem am
Nationaltheaterorchester Mannheim, im Würtembergireschen Kammerorchester
Heilbronn, im Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim und in der Deutschen
Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. Seit 2014 widmet sie sich wieder intensiv
der kammermusikalischen Arbeit. Das neugegründete Klavierduo pflegt neben dem
klassischen Repertoire auch Werke vergessener und verschollener Komponisten,
wie zum Beispiel Kompositionen des im französischen Exil verstorbenen Eugen
Gunst.

 

 

 

Hideko Kobayashi (Viola), geboren
in Tokio, studierte Geige bei Prof. R. Kubota und Prof. S. Ishii an der Toho
Musikhochschule in Tokio. In dieser Zeit reifte ihr Entschluss, durch
vielfache kammermusikalische Tätigkeit, die Bratsche zu ihrem Hauptinstrument
zu wählen. Nach dem Abschluss ihres Violinstudiums nahm sie kurz Unterricht
bei N. Okada, dem damaligen Solobratscher der Bamberger Sinfoniker und ging
dann 1984 an die Kölner Musikhochschule in die Meisterklasse von Prof. Rainer
Moog. Die Reifeprüfung absolvierte sie mit Auszeichnung und 1989 das
Konzertexamen. 1989-1991 war sie Assistentin von Prof. Moog an der Kölner
Musikhochschule. Schnell machte sie sich international als Preisträgerin
verschiedener Wettbewerbe, u.a. in Markneukirchen und Reims, einen Namen.
Nachdem sie 1987 den Internationalen Musikwettbewerb in Pretoria und zwei
Jahre später den ARD-Musikwettbewerb in München gewonnen hat, wurde sie zu mehreren
Konzerten als Solistin nach Japan, Europa und in die USA eingeladen, u.a. mit
dem NHK Symphony Orchestra Tokio, dem Sinfonie Orchester des Bayerischen
Rundfunks München und dem RSO Berlin. Seitdem gastiert sie als Solistin
regelmäßig bei Musikfestivals wie z.B. dem Prager Frühling, dem George Enescu
Festival Bukarest, dem Viola Festival Paris, dem Festival di Bergamo, dem
Holland Festival, dem Musikfestival Biel, dem Yatzugatake Festival in Japan
und Savannah Music Festival in den USA.
Als Mitglied des Sonare-Quartetts spielte sie zahlreiche Konzerte, Rundfunk-
und Schallplattenaufnahmen in Deutschland und Europa. Seit 1990 ist sie
Mitglied des Saito Kinen Orchestra unter der Leitung von Seiji Ozawa. 1991
wurde sie zur Professorin an die Staatliche Hochschule für Musik und
Darstellende Kunst Mannheim berufen. Auf CD ist u.a. die Gesamteinspielung
aller Suiten für Viola solo von Max Reger und der Chromatischen Fantasie von
Bach-Kodaly erschienen. Für Hideko Kobayashi schrieb Gerhard Stäbler ein Konzert
für Viola und Orchester. Sie gibt regelmäßig Meisterkurse in Europa, Japan,
Korea und Venezuela.

 

 

 

Zoltán Paulich wurde in Budapest
geboren, wo er auch seine erste musikalische Ausbildung erhielt. Er studierte
an der Franz Liszt Musikakademie seiner Heimatstadt und von 1987 bis 1992 an
der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart bei Peter Buck.
Besondere künstlerische Impulse erhielt er durch die Zusammenarbeit mit
György Kurtág, György Miklós sowie dem Tátrai- und Melos-Quartett. Zoltán Paulich
ist Solocellist des Württembergischen Staatsorchesters Stuttgart, dessen
Mitglied er seit 1992 ist. In dieser Funktion war er von 1997 bis 2011 auch
im Festspielorchester der Bayreuther Festspiele tätig. Seit 2006 ist er
Mitglied des Verdi-Qartetts und unterrichtet seit 2016 mit einem Lehrauftrag
an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim.

 

 

 

Rudolf Meister

Der Berliner Tagesspiegel schrieb über Rudolf
Meister: „....manchmal stimmt es eben doch: nomen est omen". Der 1963 in
Heidelberg geborene Künstler schloss bereits als 20jähriger sein Studium an
der Musikhochschule Hannover mit der Reifeprüfung ab (Prof.
Konrad Meister). Ausgezeichnet durch mehrere Stipendien des
österreichischen Bundesministers für Wissenschaft und Forschung setzte
Rudolf Meister sein Studium an der Wiener Musikhochschule fort (Prof.
Paul Badura-Skoda). Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er bereits damals
durch den Gewinn internationaler Wettbewerbe bekannt. An der New Yorker
Juilliard School studierte Rudolf Meister als Stipendiat der Studienstiftung
des deutschen Volkes (Prof. Jacob Lateiner). Weitere Förderung erhielt er
durch die Aufnahme in die Künstlerliste des Deutschen Musikrats.

Rudolf Meister trat weltweit als Solist mit mehr
als 30 Orchestern auf sowie als Kammermusiker mit berühmten Partnern wie
Isabelle van Keulen, Ulf Hoelscher oder Wanda Wilkomirska. Dabei führten ihn
seine Tourneen in Säle wie das Lincoln Center (New York), Tokyo Bunka Kaikan
und Tokyo Metropolitan Theatre, Seoul Arts Center, ABC-Hall (Sydney), Salle
Gaveau (Paris), Musikverein und Konzerthaus (Wien), Berliner Philharmonie und
Festspielhaus Baden-Baden sowie zum Rheingau Musik Festival und
Schleswig-Holstein Musik Festival. Daneben entstanden zahlreiche
CD-Einspielungen, unter anderem in Zusammenarbeit mit der Deutschen
Grammophon Gesellschaft und Toshiba EMI.

Mit 26 Jahren wurde Rudolf Meister auf eine
Professur an die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst
Mannheim berufen, nachdem er bereits als Badura-Skodas Assistent an der
Wiener Musikhochschule gelehrt hatte. Seit 1997 führt er die Hochschule als
jüngster Rektor Deutschlands. Er gab Meisterkurse und lecture recitals in
Bulgarien, China, Deutschland, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien,
Japan, Korea, Österreich, Polen, Spanien und den USA (Yale University,
Juilliard School/New York). Seine Studierenden sind Preisträger bei wichtigen
nationalen und internationalen Wettbewerben (unter anderem
ARD-Musikwettbewerb München, The Dranoff International Two Piano Competition
Miami), und er ist auch selbst regelmäßig Juror derartiger Wettbewerbe. Er
engagiert sich auch im Bereich der Studienvorbereitung, seine Schüler
gewannen zahlreiche Preise bei „Jugend musiziert" (u. a. 1. Preis
Bundeswettbewerb Klavier Solo).

Rudolf Meister ist Vorstandsmitglied der
Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen in der HRK, 1. Vorsitzender
der Internationalen Max-Reger-Gesellschaft und Vorsitzender des Fachbeirats
der Popakademie Baden-Württemberg, er war stellvertretender Vorsitzender der
internationalen Vereinigung der führenden Mozart-Städte „Mozart-Wege" und
Honorarprofessor des Konservatoriums Novosibirsk. Für seine Förderung der rumänischen Kultur wurde ihm die George
Enescu-Medaille des Rumänischen Kulturinstituts verliehen.

 

 

 

Veronika Phung, geboren 1991 in
Ludwigshafen am Rhein, studiert seit 2011 an der Hochschule für Musik und
Darstellende Kunst Mannheim Schulmusik mit dem Hauptfach Klavier und dem
Schwerpunkt Klassenmusizieren. Ihr zweites Hauptfach Anglistik, für das
Lehramt an Gymnasien, schloss sie im Mai 2017 an der Universität Mannheim
erfolgreich ab. Im Schuljahr 2012/13 erfolgte ihre Tätigkeit als
Fremdsprachenassistentin („Foreign Language Assistant") im Deutschunterricht
an Sekundarschulen in Edinburgh (Schottland). Während dieser Zeit leitete sie
mehrere Projekte zwischen Schulen in Schottland und Deutschland, von denen
ein bilaterales Projekt den 1. Preis beim Goethe-Institut Glasgow erzielte.
Im akademischen Jahr 2014/15 absolvierte sie ein Auslandsstudium an der Royal
Irish Academy of Music in Dublin, Irland. Neben ihrer Tätigkeit als
Chorleiterin des Kirchenchors St. Nikolaus Mannheim, leitete sie im November
2016 die „Hallo Deutschland"-Seminarwoche am Goethe-Institut Mannheim für
Studentinnen und Studenten aus Asien. Von 2014 bis 2016 leitete sie im Rahmen
des Mannheimer Musikpädagogischen Modells (M3) zusammen mit ihrem
Projektpartner Simon Kurz ein Praxisforschungsprojekt, zu dem 2017 ihr
Aufsatz, herausgegeben von Martina Krause-Benz, publiziert war. Der Titel des
Aufsatzes lautet „Determinanten motivationalen Musiklehrerhandelns aus der
Sicht von Lehrenden und Lernenden - eine qualitative Interviewstudie" und
wurde im Rahmen der wissenschaftlichen Reihe „Willkommen in der Wissenschaft:
Das Mannheimer Musikpädagogische Modell
(M3). Ergebnisse - Reflexionen - Perspektiven" veröffentlicht.