Hochschulkonzerte, Musik in der Region, Orchester, Oper, Chor, Ballett

Götter- und Menschenwelt

Sinfoniekonzert Nr. 7 (Abonnement)
Romantisches Chor- und Orchesterkonzert
Werke von Brahms, Weber und Wüllner
Claudia Auf der Maur, Sopran
(Klasse Prof. Stefanie Krahnenfeld)
Ahreum Han, Alt
(Klasse Prof. Snežana Stamenković)
Minhyung Cha, Tenor
(Klasse Prof. Timothy Sharp)
Chor der Musikhochschule
Philharmonie Baden-Baden
Leitung: Pavel Baleff/Prof. Harald Jers

Freitag, 13. April 2018
20:00
Uhr
Weinbrennersaal
Kurhaus
Kaiserallee 1
76530 Baden-Baden
30,-€/26,-€
Veranstalter: Philharmonie Baden-Baden www.philharmonie.baden-baden.de

Programm

 

 

 

Carl Maria von Weber

1786-1826

Ouvertüre zur Oper „Euryanthe"  J.
291 op. 81

Philharmonie
Baden-Baden
Leitung: Pavel
Baleff

 

Carl Maria von Weber

 

Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 19

Allegro con fuoco

Andante

Scherzo: Presto-Trio

Finale: Presto

Philharmonie
Baden-Baden
Leitung: Pavel
Baleff

 

 

PAUSE

Johannes Brahms

1833-1897

 

 

„Schicksalslied"
op. 54

 

Hochschulchor
der Musikhochschule
Philharmonie Baden-Baden
Leitung: Harald Jers

 

 

Franz Wüllner

1832-1902

Kantate
„Die Tonkunst"

 

Claudia
Auf der Maur, Sopran
(Klasse Prof. Stefanie Krahnenfeld)
Ahreum Han, Alt
(Klasse Prof. Snežana Stamenković)
Minhyung Cha, Tenor
(Klasse Prof. Timothy Sharp)
Hochschulchor der Musikhochschule
Philharmonie Baden-Baden
Leitung: Harald Jers

Carl Maria von Weber:
Ouvertüre zur Oper „Euryanthe" op. 81

Die Musik ist großartig, das Libretto, gelinde ausgedrückt, ein
wenig verwirrend. Daher verschwand die Oper „Euryanthe", am 25. Oktober 1823
in Wien erstaufgeführt, auch mit wenigen Ausnahmen von den Opernbühnen. Überlebt
hat allerdings deren Ouvertüre, und dies zu recht, denn die hat es in sich.
Helmina von Chézy, die das Textbuch für diese Oper schuf, sollte trotzdem
nicht unerwähnt bleiben. Eine selbstbewusste Frauenfigur in der damals von
Männern dominierten Welt war diese Journalistin und Schriftstellerin, stand
mit Schlegel und Adalbert von Chamisso in Verbindung, und wurde wegen ihres
aufmüpfigen Schreibens schon mal mit einer Beleidigungsklage „belohnt".
Freigesprochen wurde sie von einem couragierten Kammergerichtsrat, der sich
in seinem Nebenberuf als Schriftsteller E.T.A. Hoffmann nannte. Aber zurück
zu diesem Ritterroman, denn um einen solchen handelt es sich, was die
Schriftstellerin in Bühnenform zu Paper brachte. Die Geschichte geht auf eine
Sage aus dem Mittelalter zurück. Bariton und Mezzo sind die Bösen, Tenor und
Sopran sind die Guten. Das ist auf jeden Fall etwas Vertrautes. Um Intrige
und Liebe, um Treue und Eifersucht geht es auch - aber dann wird es auch schon
komplizierter. Die Geschichte in aller Kürze: Man feiert bei Königs ein
Kriegsende. Lysiart behauptet, dass er Adolars Geliebte Euryanthe verführen
kann. Sie wetten um Haus und Macht. Eglantine entlockt Euryanthe ein Geheimnis
um Adolars tote Schwester Emma. Lysiart und Eglantine verbünden sich und
Lysiart präsentiert Adolar als scheinbares Beweisstück für Euryanthes Untreue
einen Ring der toten Emma. Adolar verliert mit der Wette Hab und Gut. Er
entführt Euryanthe, um sie zu töten, wird von einer Riesenschlange abgelenkt
und lässt die ehemals Geliebte frei. Der jagende König trifft Euryanthe, hört
sie an, glaubt ihr und löst die Verwirrung auf. Eglantine verrät die Intrige
und stirbt, Lysiart wird verhaftet, die Liebenden haben sich wieder.

Dass die Musik zu diesen Absurditäten des Librettos von
außerordentlicher Qualität ist, daran besteht keinen Zweifel. Die Mitte, die
Carl Maria von Weber dafür einsetzt, sind kühn und zukunftsweisend. So
besticht der Orchestersatz schon in der Ouvertüre durch Brillanz und
Farbenreichtum. Was mit den ersten Akkorden noch sehr lyrisch im
„Freischütz"-Stil beginnt, entwickelt sich nach wenigen Momenten schon zu
einer dramatischen, fast Wagnerhaften Bühnenmusik. Dessen „Lohengrin" ist
ohne Webers „Euryanthe" auch kaum zu denken. „Nie hat ein deutscherer Musiker
gelebt als du!" rief Wagner in seiner Grabrede aus, als Webers sterbliche
Überreste 1844 auf dem Dresdner Friedhof zum zweiten Mal (nach London, wo er
gestorben ist) beigesetzt wurden. Dass er damit Carl Maria von Weber
„deutscher" machte, als der es je für sich beansprucht hätte, steht auf einem
anderen Blatt.

Carl Maria von Weber:
Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 19

Eigentlich gibt es keinen Komponisten des 19. Jahrhunderts von Rang
und Namen, der nicht eine irgendwie geartete Beziehung zu Baden-Baden
aufzuweisen hätte. Dazu zählt auch Carl Maria von Weber, der auf dem Höhepunkt
der Romantik musikalische Bilder von suggestiver Wirkungskraft schuf. Verwirrend
dagegen ist die Nationalität des Komponisten. Nicht nur Mozarts Frau
Constanze und der Vater des Komponisten Weber sind in Zell zur Welt gekommen.
In dem Städtchen im Tal der Wiese, die bei Basel in den Rhein mündet, wurde
auch Josepha Weber geboren, für die Mozart die Partie der Königin der Nacht
in der „Zauberflöte" komponierte. Der von den Bergen des südlichen
Schwarzwalds umgebene Ort im Landkreis Lörrach gehörte bis 1805 zu
Österreich. Franz Anton von Weber hatte in Zell im Wiesental Heimatrecht, und
so war auch der „deutsche Nationalkomponist" Carl Maria von Weber, sein
jüngster Sohn, eigentlich Österreicher von Geburt. Carl Maria hatte eine
bewegte Jugend im wahrsten Sinne des Wortes: Er wurde 1786 in Eutin geboren.
Sein Vater, der sich den Adelstitel vermutlich selbst zugelegt hat, reiste
als Komödiant durch die Lande. Weber verbrachte seine ersten Lebensjahre also
auf Wanderschaft mit der Theatertruppe seines Vaters. Wo immer sich die
Schauspieler aufhielten, bekam er etwas Musikunterricht, so in Salzburg bei
Michael Haydn. Auch seine spätere Laufbahn liest sich wie ein Bericht über
eine Europareise. So besuchte Weber im Jahr 1810 eben auch Baden, wie es
derzeit noch kurz und knapp hieß, und wohnte einer Aufführung des „Don
Giovanni" im damaligen hölzernen Theaterbau bei. So recht begeistert war er
von der Einrichtung nicht: „Übrigens gehe ich immer mit einer gewissen Angst
vor Feuer und Wasser hinein, denn unbegreiflich ist es, wie die Stadt so
wenig getan und ihren Besuchern ein so aus ein paar Brettern dünn zusammengesetztes
Häuschen hinstellen konnte, dessen Stiegen dem freundlichen Sonnenlichte den
Eintritt verstatten, und dessen einzige vorhandene Türe bei etwa vorkommender
Feuergefahr den Ausgang erschweren möchte." 1822 war dieses Holztheater dann
völlig baufällig und wurde abgerissen. Genau 40 Jahre später hieß es darauf:
„Sei uns gegrüßt, du neues Haus der Kunst! Ein neuer Tempel bist du ja des
Schönen". Was war geschehen? 1862 wurde das von Bénazet, dem Spielbankpächter
finanzierte neue Theater, welches wir auch heute noch gerne besuchen,
eröffnet. Und immer wird Hector Berlioz erwähnt, dessen Oper „Béatrice et
Bénédict" speziell für dieses Ereignisses in Auftrag gegeben wurde. Jedoch:
Der Galaabend am 9. August 1862 zur Eröffnung des neuen Theaters am
Goetheplatz wurde mit Carl Maria von Webers „Jubelouvertüre" festlich
begonnen.

 

 

Die beiden einzigen Sinfonien Webers schuf der spätere
Baden-Baden-Besucher noch im jugendlichen Alter. Dass der 20jährige später
als Bühnenkomponist seine großen Erfolge feiern würde, vernimmt man schon im
ersten Satz seiner ersten Sinfonie, wo ein auffallend singspielhaftes
h-Moll-Seitenthema sich reizvoll von der Grundtonart abhebt. Der zweite Satz,
von den Bläsern in romantisch abgedunkeltem c-Moll eingeleitet, zeigt
besonders die damals schon vorhandene Individualität des Tonschöpfers. Auch
hier ist Zukünftiges zu verspüren: dieses Andante entspricht einem Lamento,
einer großen Klagearie, wehmütig und ausdrucksstark. Dunkle Streicherfarben,
elegische Kantilenen, eine urplötzliche Tutti-Energie im Mittelteil - dies
weist klangfarblich schon auf den Schöpfer des „Freischütz" hin. Nicht nur
das eigentliche Scherzo, sondern auch das heiter bewegte Finale leben von
ihrem Humor und von eleganter Motorik. Dieser Finalsatz stellt vor allem für
die Bläser ein richtiges Virtuosenstück dar. Insgesamt zeichnet sich das
Jugendwerk Webers durch eine frische Erfindung und Instrumentierung aus. Dass
keine Klarinetten eingesetzt sind, mag verwundern, denn gerade seine beiden
Klarinettenkonzerte sind überaus beliebt und gehören zum Grundrepertoire ambitionierter
Solisten. Dafür hat Weber in seiner ersten Sinfonie kantable Oboensoli
eingebaut, was wohl als Referenz an den Arbeitgeber gedacht war, denn dieser
konnte gut an der Oboe mithalten. Bis zum Februar 1807 lebte Weber als Gast
des preußischen Generals Herzog Eugen von Württemberg auf dessen kleinem
Schloss in Carlsruhe, was aber nicht das badische meint, sondern in der Nähe
des damaligen Oppeln in Oberschlesien liegt.

 

 

 

Götter- und Menschenwelt

Die Gegensätze der
Welten von Göttern und Menschen waren für Künstler schon oft reizvolle
Themen, welche für ergiebiges Material in den Kunstformen Musik, Dichtung und
Malerei sorgten. Die Kluft zwischen Ideal und der irdischer Realität,
zwischen Himmel und Erde, zwischen oben und unten kennzeichnete das trostlos
anmutende Leben der Menschen und gibt zugleich das Lebensgefühl Friedrich
Hölderlins wider. Mehrfach ist in seinen Texten vom Verlust des
Idealzustandes der ursprünglich ungeteilten Einheit allen Seins durch die
Nähe von Göttern und Menschen die Rede. Das Mittel zur Wiederherstellung
dieses einstigen Idealzustandes ist die Kunst, genauer die Poesie. Hier
fließen alle Kräfte der Natur, alle Erscheinungen des Seins, Verstand und
Vernunft zusammen. In Hyperions Schicksalslied als eines der berühmtesten
Gedichte Hölderlins wird diese Thematik ausgeführt und stellt den Ursprung
des heutigen Konzertes dar. In Herders Rhapsodie „Die Tonkunst" wird der
Gedanke weiter geführt und gibt den Menschen auf Erden durch die
Erfahrbarkeit der Schönheit von musikalischer Melodie und Harmonie eine Idee
von göttlichem Ideal und Unsterblichkeit.

 

Brahms Schicksalslied

Das Schicksalslied op. 54 von Johannes Brahms gehört heute zu den
meistgespielten Chor-Orchesterwerken Brahms', hat aber gleichzeitig vermutlich
die meisten widersprüchlichen Reaktionen und anhaltenden Diskussionen hervorgerufen.
Brahms fasste den Entschluss zu dieser Vertonung nach Berichten seiner
Freunde unmittelbar nach der erfolgreichen Aufführung seines Deutschen
Requiems und verwendete zwischen 1868 und 1871 das Gedicht Schicksalslied aus
dem Roman Hyperion von Friedrich Hölderlin. Dieses Gedicht schildert in
extremen Farben die Gegensätzlichkeit göttlicher und menschlicher Existenzen.
Während der Arbeit kamen Brahms erhebliche Bedenken, insbesondere die dem
antiken Schicksalsbegriff verpflichtete pessimistische Grundaussage der
Vorlage, in der die Seligkeit der unsterblichen Götter unverbunden neben
einer Beschreibung der unerlösten, leidenden Menschheit steht.

Grund für die Kritik an Brahms' Komposition war seine Entscheidung
dem Werk, das musikalisch die Gegensatzstruktur des Gedichts nachzeichnet,
ein instrumentales Nachspiel anzufügen, das die Einleitung aufgreift und
damit thematisch der Götterwelt zugeordnet werden muss. Dieses Nachspiel stellte
für Kritiker seit Erscheinen der Komposition ein Beispiel zweifelhafter Textvertonung
dar, in der der Komponist seine Kompetenzen durch eine unzulässige
Erweiterung der Textaussage überschritten habe. Gleichzeitig gab es jedoch
auch immer Stimmen, die Brahms' Vertonung - aus unterschiedlichen Gründen -
für besonders gelungen hielten. Die Kontroverse um die Angemessenheit dieses
Schlusses ergibt sich hauptsächlich aus dem Bedeutungswandel, den das Gedicht
erfährt, wenn es losgelöst aus dem Kontext des Romans betrachtet wird, wie
dies häufig geschehen ist. Denn die Dramatik des Gedichts erfährt eine
Relativierung, wenn sie im Zusammenhang der Romanhandlung gelesen wird.

Zu Beginn des Schicksalsliedes findet Brahms zu einer für ihn
seltenen malerischen Unmittelbarkeit der Tonsprache. In einem ruhigen Es-Dur
„langsam und sehnsuchtsvoll" beginnend drückt der erste Teil des Werkes die
unbeschwerte Idylle der Götter aus. Im folgenden Allegro illustriert Brahms
mit musikalischer Drastik die leidende Menschheit. Verminderte Akkorde,
rastloste Läufe und imaginative musikalische Bilder („wie Wasser von Klippe
zu Klippe") fügen sich zu einem dramatischen Bild der menschlichen Ungewissheit.
Doch in Brahms‘ Interpretation bleibt dem menschlichen Schicksal eine
Hoffnung auf Erlösung.

Franz Wüllner

Franz Wüllner war seinen Zeitgenossen sowohl als Komponist als auch
als Dirigent und prägende Gestalt des sich strukturierenden deutschen Musiklebens
im 19. Jahrhundert bekannt. Am 28. Januar 1832 im westfälischen Münster geboren
verbrachte er mehrere Jahre seiner Kindheit in Düsseldorf, wo er schon früh
Violin- und Klavierunterricht erhielt. Prägenden Einfluss gewann Anton
Schindler auf Wüllner, der ihn mehrere Jahre unterichtete. Schindler wirkte
in Beethovens letzten Lebensjahren als dessen Gehilfe und verstand sich nach
Beethovens Tod als sein Sachverwalter. Nach einigen Jahren machte sich
Wüllner von der Forderung Schindlers frei, sich gänzlich der Reproduktion des
Beethovenschen Klavierwerkes zu verschreiben. In den Jahren 1850 bis 1854
knüpfte Wüllner auf ausgedehnten Konzertreisen jene Kontakte, die er später
auswerten würde: Stationen waren u.a. Köln, Berlin, Brüssel und Leipzig. Die
Begegnung mit Johannes Brahms begründete 1853 eine lebenslange Freundschaft.
Brahms suchte oftmals fachlichen Rat bei Wüllner, insbesondere bei der
Komposition von Chorwerken.

 

Wüllner als Dirigent

Nach einer ersten, kleinen Anstellung als Musikschullehrer in
München (1854-1858) bekleidete Wüllner seine erste wichtige Position als
Städtischer Musikdirektor in Aachen (1858-1864); zu seinen Nachfolgern
gehörten später Fritz Busch, Herbert von Karajan und Wolfgang Sawallisch. Der
rund dreißigjährige Wüllner erwies sich seiner neuen Aufgabe hervorragend
gewachsen, das Aachener Orchester galt im Rheinland als vorbildlich. Wüllner
hinterließ einen qualitativ erheblich gefestigten Klangkörper. Nach
Mitwirkung bei Niederrheinischen Musikfesten und bedeutenden
Bach-Erstaufführungen folgte Wüllner 1864 einem Ruf nach München. Hier
leitete er die Königliche Vokalkapelle und richtete zur Heranführung des
Nachwuchses Chor- und Orchesterklassen an der Musikschule ein. Als
Teil-Ergebnis dieser Ausbildungsreform sind die in zahllosen Auflagen bis
weit in das 20. Jahrhundert hinein nachgedruckten "Chorübungen der
Münchner Musikschule" aus der Entwicklung des deutschen Chorwesens nicht
wegzudenken. Nach Leitung der "Rheingold"- und
"Walküren"-Uraufführungen wurde Wüllner zum Ersten Hofkapellmeister
ernannt. 1877 ging Wüllner nach Dresden und übernahm dort die Leitung des
Konservatoriums und Aufgaben als Hofkapellmeister. Wiederum machte er sich
einen Namen als Organisator. Intrigen veranlassten Wüllner, sich 1882 nach
Berlin zu wenden und dort in der Leitung der Berliner Philharmonischen
Konzerte mitzuwirken. 1884 kam der mittlerweile 52-Jährige nach Köln und
vollzog hier zunächst die strukturelle Umwandlung des Gürzenich-Orchesters
Köln in ein Städtisches Orchester. Fast zwei Jahrzehnte leitete und
gestaltete Wüllner erfolgreich das Kölner Musikleben mit.

Wüllner kam während seiner starken Beanspruchung als Dirigent,
Lehrer und Organisator nur "im Nebenberuf" zum Komponieren. Das Werkverzeichnis
umfasst 53 gedruckte Opera. Es finden sich Klaviermusik, klavierbegleitete
Kammermusik und vor allem Vokalmusik in Wüllners Schaffen. Franz Wüllner
erweist sich als vollwertiger Vertreter der deutschen Hochromantik. Sein
heutzutage geringerer Bekanntheitsgrad begründet sich sicherlich in einer
tiefen, inneren Bescheidenheit. Zu Lebzeiten zählte er jedoch als unübertroffener
Dirigent der Symphonien Beethovens und Brahms. Seine enormen Hörfähigkeiten,
sein unerschütterliches rhythmisches Gefühl und seine gewissenhafte
Vorbereitung brachten Orchester- und Chorleistungen zutage, die für jeden
Zuhörer zu einem Erlebnis wurden.  

 

Die Tonkunst
Die Kantate „Die Tonkunst" entstand im Jahr
1850 nach einem Text von Johann Gottfried Herder aus dem Jahre 1793. Die
zugrunde liegende Textausarbeitung wurde ihm von seinem Lehrer Anton
Schindler zur Vertonung übergeben wurde. Bereits Beethoven hatte sich den
Text vorher zu einer eigenen Vertonung zurecht gelegt, diesen aber nie
ausgearbeitet. Wüllner selbst übernahm sämtliche Kürzungen Beethovens, weil
er die originale Textvorlage Herders nicht kannte. Die Uraufführung fand am
10.05.1851 in Wüllners Heimat Münster statt; seine spätere Frau Anna Ludorff
sang die Sopranpartie. Die Struktur des Werkes und die Wahl der Textvorlage
zeigten die noch konservative Kompositionsweise des erst 19 Jahre jungen
Wüllner, nicht zuletzt geprägt durch seinen Lehrer Anton Schindler. Die „Tonkunst"
ist sicher das bedeutendste Frühwerk Franz Wüllners. Die zahlreichen
kontrastierenden Teile in unterschiedlichen Stimmungen zeigen auch den Wert,
den diese Komposition für die Ausbildung Wüllners als jungen Komponisten hatte.

 

In Herders Text wird die die Musik als höchstes Gut beschrieben.
Vollendung und Erlösung können nur durch Gott und die Harmonie der Töne
erreicht werden. Die groß angelegte und mit zahlreichen Engführungen
versehene Schlussfuge „Gott sprach das Wort und Harmonie erscholl auf Erden"
bekräftigt diese Aussage. Dieser Textabschnitt stammt nicht von Herder,
sondern muss von Beethoven aus einer anderen Vorlage entnommen worden sein.
Der hymnische Schlussteil gipfelt in einer Coda, in der auch die Prägung der
Schule Ludwig van Beethovens hörbar wird. Bemerkenswert ist auch der Einsatz
einer Solo-Violine, die nur im 7. Satz auftritt und eine zehntaktige virtuose
Koloraturlinie spielt, während der Chor „Was zagest Du, der Erde Not geht wie
ein Traum vorbei" in steigerndem Gestus singt.

 

(Texte: Udo Barth/Harald
Jers)

 

 

 

 

Johannes Brahms

1833-1897

 

Schicksalslied
(1868/1871)

 

 

Ihr wandelt droben im Licht

Auf weichem Boden, selige Genien!

Glänzende Götterlüfte

Rühren euch leicht,

Wie die Finger der Künstlerin

Heilige Saiten.

 

 

 

Schicksallos, wie der schlafende

Säugling, atmen die Himmlischen;

Keusch bewahrt

In bescheidener Knospe,

Blühet ewig

Ihnen der Geist,

Und die seligen Augen

Blicken in stiller

Ewiger Klarheit.

 

 

 

Doch uns ist gegeben,

Auf keiner Stätte zu ruhn,

Es schwinden, es fallen

Die leidenden Menschen

Blindlings von einer

Stunde zur andern,

Wie Wasser von Klippe

Zu Klippe geworfen,

Jahr lang ins Ungewisse hinab.

 

 

 

 

 

 

 

       

 

Franz Wüllner
1832-1902

Tonkunst - Kantate
in acht Sätzen
(1850)

Text: Johann Gottfried Herder
(1744-1803): Die Tonkunst

Aus: Zerstreute
Blätter,
5. Sammlung (1793)

 

No. 1: Introduktion - Alt-Solo

Die Du droben, den Reihn der Sterne

und der Unsterblichen führst,

und tief hienieden im Erdental

in leisen Tönen, unser Herz

in die Chöre der Himmel erhebst:

 

No. 2: Chor

Ewige
Harmonie!

Kling'
ein in uns're Saiten!

Heilige
Harmonie!

Kling'
ein in uns're Saiten.

Sie
ahnet dich, sie will, sie wird dich fühlen.

 

No. 3: Duett für Sopran und Tenor

 

Wach'
auf in mir du Himmelston,

der meine
Seele ward!

Dich
hauchte Gott, der Ew'ge, mir ein.

Du bist
Gottgefühl in mir,

Verkünderin
der ew'gen Harmonie.

 

No. 4: Arioso für Alt und Tenor

Wenn
einst mein Geist

vom
Erdenstaube sich hebt empor.

Und
seiner Fesseln sanft sich windet los:

Zu Hilfe
komm' ihm dann,

du
heil'ger Strom von Tönen and'rer Welt!

Umström'
ihn ganz und trag' ihn sanft hinüber!

 

 

 

No. 5: Arie für Sopran

Wenn in
des Lebens Labyrinth

mein
Herz erbebt

und über
sich verzagt

und
nirgends Ausgang findet.

Du
Himmelstochter, dann erscheine mir!

Ein Lied
der Andacht flöße dann mir Ruh ins Herz!

 

No. 6: Rezitativ für Sopran

Wie wird
mir?

Hör' ich
nicht ihr Kommen?

Fühl ich
nicht ihr sanftes Schweben

wie im
Mondesstrahl?

Sie
spricht mir zu, ein Engel spricht zu mir,

der
rasch den Flugeton verwandelt in Triumph!

 

No. 7: Halbchor

Verlassener,
was zagest Du

in
trüber Einsamkeit?

Gott,
der den Gang der Sterne kennt,

kennt
auch des Menschen Herz.

Er gibt
dem Schiffe seinen Weg,

den
Winden ihre Bahn.

Er wird
auch Dir im Wellenmeer

des
Lebens Sieg verleihn.

Was
zagest Du, der Erde Not

geht wie
ein Traum vorbei.

Und was
Dir heute Misslaut dünkt

ist
morgen Harmonie.

 

No. 8: Schlusschor

Hinauf
den Blick,

wo
Gottes Welten wandeln

an
seines Himmels hochgewölbten Dom!

Von oben
rauscht

ein
Tönen und ein Klingen:

Das ist
der Sterne ew'ger Jubelsang.

Der lang
verschloss'ne Himmel

tat sich
auf.

Gott
sprach das Wort

und
Harmonie erscholl auf Erden.

 

Claudia Auf der Maur wurde 1988 in Schaffhausen (CH) geboren. Schon früh erhielt sie
Klavier- und Geigenunterricht. Ihre Gesangsausbildung begann sie bei Roswitha
Müller am "Zürcher Konservatorium für Klassik und Jazz". Ihren Bachelor
(2013) und Master Performance (2015) schloss sie bei Prof. Christian Hilz, an
der Hochschule der Künste Bern, mit Auszeichnung ab. Im Rahmen einer Vertiefung
"Oper" am Schweizer Opernstudio und mit der Teilnahme an der Uraufführung von
Helmut Oehrings «Angelus Novus II» legte sie einen Schwerpunkt auf die
Literatur des Musiktheaters. Derzeit studiert sie bei Prof. Stefanie Krahnenfeld
an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim.

In Meisterkursen erhielt sie wichtige Impulse u.a. von Emma Kirkby,
Vesselina Kasarova, Susanne Rydén, Capucine Chiaudani und Helmut Deutsch. 2009
debütierte sie am Opernhaus Zürich in der Rolle des Hirtenknaben in Puccinis
«Tosca», dirigiert von Paolo Carrignani. Sie sang u.a. unter der Leitung von
Ernst Raffelsberger, Jörg Ritter und Alois Koch, zudem arbeitete sie mit den
PianistInnen Tatiana Korsunskaya, James Alexander, Kelly Thomas und Michael
Richter.

 

Ahreum Stella Han wurde am 06. Februar 1990 in Pohang (Südkorea) geboren. Mit fünf
Jahren nahm sie ihren ersten Klavierunterricht und im Alter von fünfzehn
Jahren erstmals Gesangsunterricht. Frau Han hat 2008 das Kunstgymnasium in
Pohang beendet. Im Jahre 2008 hat sie ihr Bachelorstudium an der Myoungji
Universität bei Kyunghee Kim erfolgreich absolviert. Danach ist sie nach
München gekommen und hat im Goethe Institut Deutsch gelernt. 2014 hat sie
eine Gesangsausbildung an der Musikakademie in München begonnen. Sie begann
ihr Master Gesangsstudium im Jahr 2015 an der Musikhochschule Mannheim bei
Herrn Prof. Piernay Rudolf und im Moment studiert sie bei Frau Prof. Snežana Stamenković.

 

Der Tenor Minhyung
Cha
wurde 1990 in Daegu, Süd korea geboren. Er begann 2010 sein Studium
an der Korea National University of Arts, Südkorea im Hauptfach Gesang bei
Prof. Young-mi Kim, welches er im Dezember 2016 mit dem Bachelor of Music
abschloss. Danach schloss sich ein zweijähriger Militärdienst vom Januar 2011
bis Oktober 2012 an. Seit September 2017 studiert Minhyung Cha an der
Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Mannheim, im Hauptfach Lied
und Konzertgesang bei Prof. Timothy Sharp. Während seines Studiums sang er
bereits in Opern wie Mozarts "Zauberflöte" (2013, Tamino) und
L'Elisir d'amore von Gaetano Donizetti (2014, Nemorino).

 

 

Philharmonie Baden-Baden
(Chefdirigent: Pavel Baleff)

 

Die
Tradition fester Musikerensembles reicht in Baden-Baden bis in das Jahr 1460.
Eine Auflistung aus dem Jahre 1580 dokumentiert heute das reichhaltige
Instrumentarium und den Notenbestand des Orchesters der Markgrafen von Baden.
Zu dieser Zeit leitete der italienische Komponist und Kapellmeister Francesco
Guami (zuvor Posaunist im Orchester von Orlando di Lasso bei der Münchner
Hofkapelle) das Ensemble. Auch ein Jahrhundert später fanden
Opernaufführungen im kleinen Theater des Neuen Schlosses statt.

Das
beginnende 19. Jahrhundert brachte dem Konzertleben in Baden-Baden neue
Impulse. Für die Besucher und Gäste der Stadt ermöglichte ein überwiegend mit
böhmischen Gastmusikern besetztes „Sommerorchester" ein Veranstaltungsangebot,
welches neben den Aufführungen in den Sälen des Konversationshauses auch
Opernvorstellungen im damaligen Theater der Stadt ermöglichte. Diese auf die
warmen Monate eingeschränkte Tätigkeit des Klangkörpers wurde ab dem Jahre
1854 auf das ganze Jahr ausgedehnt.

Die
Gästebücher des Orchesters lesen sich heute wie ein „Who's who?" der
Musikgeschichte. Franz Liszt, Hector Berlioz, Jacques Offenbach, Johann
Strauss, Johannes Brahms, Hans von Bülow, Richard Strauss, Enrico Caruso,
Pietro Mascagni, Wilhelm Furtwängler, Béla Bartók, Bruno Walter, Igor Strawinsky,
Renata Tebaldi, Edita Gruberova, José Carreras, bereits acht Mal Placido
Domingo, Anna Netrebko, Diana Damrau, Anne-Sophie Mutter, Krassimira
Stoyanova, Juan Diego Flores, Vesselina Kasarova, Piotr Beczala u. v. a. -
sie alle standen mit der Philharmonie auf der Bühne. Auf dem Spielplan standen
auch Ballettaufführungen mit dem Hamburg Ballett (John Neumeier), dem Zürcher
Ballett (Heinz Spoerli) und den Ballettensembles der Wiener Staatsoper und
der Mailänder Scala.

Gastspiele
und Tourneen auch im europäischen Ausland brachten dem Klangkörper
internationales Ansehen. Das Orchester konzertierte in China, in den
arabischen Emiraten Dubai, Qatar und Bahrain, in der Ukraine, in Frankreich,
Belgien, Italien, Spanien und in der Schweiz. Renommierte Konzertsäle wie die
Zürcher Tonhalle, der KKL in Luzern, die Victoria Hall in Genf und die Alte
Oper in Frankfurt standen auf dem Spielplan der Philharmonie.

TV-
und Rundfunkproduktionen (u. a. für ARTE und das ZDF), ein einstündiger
Dokumentarfilm des SWR anlässlich des 150. Orchesterjubiläums und nicht
zuletzt die mehr als 35 eigenen CDs dokumentieren ebenfalls die Leistungsfähigkeit
des Klangkörpers.

Vom
intimen Kammerkonzert bis zur Operngala im Festspielhaus, vom klassischen
Sinfoniekonzert bis zum launigen Open-Air in den wunderbaren Gartenanlagen
Baden-Badens - in ihrer Heimatstadt präsentiert die Philharmonie heute ein
facettenreiches Konzertangebot, welches den vielfältigen Ansprüchen der
Festspielstadt entspricht.

Mit
der Carl Flesch Akademie bietet die Philharmonie alljährlich einen Meisterkurs
für Streichinstrumentalisten von weltweiter Attraktivität an. Intensive
Förderung erfährt die Elite des Instrumentalisten und Dirigentennachwuchses
auch im Rahmen der engen Zusammenarbeit des Orchesters mit den Musikhochschulen
in Mannheim und Karlsruhe sowie mit dem Deutschen Musikrat. Bei der
Philharmonischen Jugendakademie integriert die Philharmonie ausgewählte junge
Musiker aus der Region für eine Arbeitsphase mit Abschlusskonzert in ihre
Reihen. Die jüngsten Musikfreunde besuchen die Gummibärchenkonzerte des
Orchesters.

Seit
2007 ist Pavel Baleff der Chefdirigent des Orchesters.

 

 

 

 

 

Pavel Baleff

 

Als Chefdirigent der Philharmonie Baden-Baden
leitet Pavel Baleff seit Anfang 2007 eines der traditionsreichsten Orchester
Deutschlands. Er begann seine Karriere als 1. Kapellmeister und
stellvertretender Generalmusikdirektor am Volkstheater Rostock und arbeitete
später in gleicher Position am Opernhaus Halle.

 

Engagements als Opern- und Konzertdirigent
führten ihn u.a. an die Wiener Staatsoper, Dresdner Semperoper, an das
Leipziger Gewandhaus, die Hamburger Staatsoper, das Bolschoi Theater in
Moskau, an die Zürcher Oper - mit der ihn eine langjährige Zusammenarbeit
verbindet - zu den Rundfunk-Sinfonieorchestern des WDR und des Bayerischen
Rundfunks sowie zum Mozarteum Orchester Salzburg, dem National Orchester Montpellier,
der Slowakischen National Philharmonie , dem Dänischen Nationalorchester und
der National Philharmonie Sofia. Er leitete Aufführungen, Fernsehaufzeichnungen
und CD-Produktionen mit international renommierten Solisten wie Anne Sophie
Mutter, Anna Netrebko , Krassimira Stoyanova , Diana Damrau, Nicolas Testé,
Thomas Hampson, Luca Pisaroni und Vesselina Kasarova und dirigierte
Tanzproduktionen mit dem Hamburg Ballett (John Neumeier), dem Zürcher Ballett
und anderen renommierten Tanzensembles.

 

Seine CD-Produktionen mit der Sopranistin
Krassimira Stoyanova und dem Münchner Rundfunkorchester wurden 2012 und 2014
mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik und dem International
Classic Music Award prämiert. Anlässlich der von ihm geleiteten
Ersteinstudierung des Ring des Nibelungen von Richard Wagner in Bulgarien an
der Nationaloper in Sofia wurde er in Bulgarien zum „Dirigenten des Jahres"
gewählt. Seine zukünftigen Gastdirigate führen ihn auch 2018 und 2019 an die
Wiener Staatsoper und die Oper Zürich.

 

 

 

 

 

 

 

Chor der Musikhochschule Mannheim
(Leitung: Harald Jers)

 

Der Chor der Musikhochschule besteht aus ca. 50-80
Studierenden aller Fachrichtungen. Er probt während des Semesters wöchentlich
dienstags von 17.15 bis 19.00 Uhr und erarbeitet Chorwerke aller Epochen, die
in Konzerten am Ende des Semesters der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Bei
oratorischen Werken arbeitet der Chor oft mit Ensembles der Hochschule und
dem Kurpfälzischen Kammerorchester zusammen. Höhepunkte der vergangenen Jahre
waren bislang u. a. C. P. E. Bachs „Magnificat", Mozarts c-Moll-Messe, J. S.
Bachs „Weihnachtsoratorium", Arthur Honeggers „Le Roi David", Alfred
Schnittkes „Requiem", Mozarts „Requiem" und Stamitz´ „Missa solemnis". Der
Hochschulchor wird durch Sängerinnen und Sänger des Kammerchors erweitert.
Neben den Studierenden der Musikhochschule singen auch externe SängerInnen in
den Chören der Musikhochschule. Interessierte, junge Sängerinnen und Sänger
mit umfangreicher Chor- und Gesangserfahrung sind herzlich willkommen und
melden sich bei Interesse gerne im Chorbüro unter chor.muho@gmail.com. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Harald Jers

 

Harald Jers ist als Professor für Chorleitung an der
Musikhochschule Mannheim seit 2013 sowohl für das Unterrichtsfach Dirigieren
mit Schwerpunkt Chor als auch die Leitung der Hochschulchöre zuständig. Er
schloss seine musikalischen Studien in Dirigieren, Schulmusik/Hauptfach
Gesang und Kirchenmusik ab; zahlreiche nationale und internationale
Meisterkurse sowie Erfolge bei Dirigierwettbewerben ergänzen seinen musikalischen
Horizont. Neben seiner Dozententätigkeit als Gesangs- und Dirigierlehrer an europäischen
Musikhochschulen leitet er internationale Dirigierkurse und Workshops.
Darüber hinaus ist er Juror bei Chor- und Kompositionswettbewerben sowie weltweit
Referent bei Fachsymposien. Ein besonderes Markenzeichen stellt sein
wissenschaftlicher Abschluss als Diplom-Physiker an der RWTH Aachen und ein
Forschungsauftrag der EU in systematischer Musikwissenschaft mit Schwerpunkt musikalischer
Akustik an der KTH Stockholm dar. Das dadurch erworbene Hintergrundwissen
nutzt er als Dirigent zur qualitativen Verbesserung von Intonation und Klang,
für eine effektive Probenmethodik, zur Entwicklung einer werkspezifischen Interpretation
und zur optimierten Aufstellung seiner Ensembles in Proben- bzw.
Konzertsituationen. Zahlreiche erste Preise bei internationalen
Chorwettbewerben mit seinen Chören, CD- und Rundfunkeinspielungen, Einladungen
zu renommierten Musikfestivals, künstlerische und wissenschaftliche
Auszeichnungen belegen seine fachliche Reputation.

 

 

„Die Tonkunst" von Franz Wüllner wurde im Rahmen von Studienarbeiten
und Werkaufträgen der Musikhochschule Mannheim digitalisiert und für aufführungspraktische
Zwecke das Notenmaterial erstellt. Die Quellen waren Abschriften der
Orchesterstimmen und ein Mikrofilm der handschriftlichen Partitur aus
musikwissenschaftlichen Archiven in Köln und Berlin. Nach eingehenden
Recherchen handelt es sich bei den Aufführungen im Rahmen dieser
Hochschulchorkonzerte vermutlich um die erste Wiederaufführung dieses Werkes
seit 1851.

 

 

 

 

Wir weisen darauf hin, dass das Mitschneiden des Konzertes aus
urheberrechtlichen Gründen nicht gestattet ist.