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Sinfoniekonzert - "Russische Seele"

Sergei Rachmaninow: „Vocalise“
Sergei Rachmaninow: 2. Klavierkonzert op. 18 c-Moll
Stanislav Novitskiy, Klavier
(Klasse Prof. Paul Dan)
Modest Mussorgski: „Bilder einer Ausstellung“
Sinfonieorchester der Hochschule
Leitung: Prof. Stefan Blunier

Montag, 26. März 2018
19:30
Uhr
Rosengarten
Musensaal
Rosengartenplatz 2
68161 Mannheim
Eintritt 5,-/erm. 2,50

Programm

 

 

 

 

Sergei Rachmaninow

1873-1943

 

 

Vocalise

 

Sergei Rachmaninow

1873-1943

 

2. Klavierkonzert op. 18 cis-Moll

- Moderato

- Adagio sostenuto

- Allegro scherzando

 

Stanislav Novitskiy, Klavier

(Klasse Prof. Paul Dan)

 

 

 

 

PAUSE

 

Modest Mussorgski

1839-1881

Bilder einer Ausstellung

Promenade

I Der Gnom

II Das alte Schloss

III Die Tuilerien (Spielende Kinder im Streit)

IV Der Ochsenkarren

V Ballett der unausgeschlüpften Küken

VI „Samuel" Goldenberg und „Schmuyle"

VII Limoges. Der Marktplatz (Die große Neuigkeit)

VIII Die Katakomben (Römische Gruft)

Mit den Toten in einer toten Sprache

IX Die Hütte auf Hühnerfüßen (Baba-Jaga)

X Das Heldentor (in der alten Hauptstadt Kiew)

 

 

Sinfonieorchester der Musikhochschule

Einstudierung/Leitung: Prof. Stefan Blunier

 

 

„Wozu
sind die Worte, wenn Sie doch fähig sind, alles besser und viel mehr mit
Ihrer Stimme und durch Ihre Interpretation auszudrücken, als jedermann dies
mit Worten täte?" So schrieb der Komponist, Pianist und Dirigent Sergej
Rachmaninoff zu seinem Hit „Vocalise" op. 34/14. Sie wurde in der Fassung für
hohe Singstimme und Klavier 1915 in Moskau uraufgeführt. Ihren Erfolg
verdankt sie aber auch den unzähligen Transkriptionen, u.a. für Gesangsstimme
und Orchester, für Orchester allein, Violine und Orchester, Streichorchester,
Violoncello und Klavier, Klaviertrio, Klavier allein, Klarinette und Klavier,
Violine und Klavier, Horn und Klavier und schließlich auch Kontrabass und
Klavier. Nur die Fassung in e-Moll für Orchester allein stammt übrigens von
Rachmaninow selbst. Es ist ein beredtes Zeugnis von der sensiblen und intimen
Schaffenskraft des oft als lärmend und larmoyant diskreditierten Komponisten.
Eine ruhige und wunderbar geführte unendliche Melodie trägt uns durch dieses
elegische Kleinod, ein wunderbar kontemplativer Auftakt für unser russisches
Projekt.

 

Als
Rachmaninow mit der Komposition des 2. Klavierkonzerts begann, hatte er eine
schwere Schaffenskrise durchgemacht. Im Oktober 1897 war seine 1. Sinfonie in
d-Moll sowohl beim Publikum als auch bei der Kritik durchgefallen, eine
Erfahrung, die dem jungen Komponisten hart zusetzte. Rachmaninow, für seinen
Schwermut bekannt, verfiel in Selbstzweifel und schließlich in Depressionen.
Nur mithilfe einer Hypnose-Therapie konnte er seine Unsicherheit als Komponist
und den damit verbundenen Schreibstau überwinden. Die Uraufführung im Jahre
1901 wurde zum triumphalen Erfolg und setzte den Siegeszug dieser Komposition
um die Welt fort. Das Konzert genießt bis heute aufgrund seiner ganz der
Romantik geschuldeten, liedhaft-melodiösen Themen bei Pianisten wie Zuhörern
eine große Popularität. Untermauert wird dieser enorme Erfolg auch durch die
Verwendung der Musik in Filmen mit Marilyn Monroe, Greta Garbo, Elizabeth
Taylor und zahlreichen anderen Movies.

 

Der
Klavierzyklus „Bilder einer Ausstellung" ist eine Komposition von Modest
Mussorgski aus dem Jahr 1874, die allgemein als ein Musterbeispiel für
Programmmusik gesehen wird.

Die
10 Charakterstücke beschreiben Gemälde und Zeichnungen seines im Jahr zuvor
gestorbenen Freundes Viktor Hartmann, die Mussorgski auf einer
Gedächtnisausstellung gesehen hatte, und sind mit variierten „Promenaden"
verbunden. Der Reichtum der Klangfarben regte schon früh andere Komponisten
an, das Werk auch für Orchester und andere, z.T. abstruse
Instrumentalbesetzungen und -kombinationen zu bearbeiten. Die bekannteste der
über 70 Transkriptionen ist die Fassung von Maurice Ravel aus dem Jahre 1922.

Stefan Blunier

 

Stanislav Novitskiy kam 1988 in Kasachstan, Almaty zur Welt.
Im Alter von fünf Jahren entdeckte er als kleiner Junge für sich das Klavier.
Es begann eine große Liebe zu diesem Instrument und zur Musik, die in ihm
auch heute so stark brennt wie damals. Seine Eltern unterstützten ihn in
diesem Wege und er wurde in die Republikanische Musikfachschule für
Hochbegabte Kinder namens K. Bajseitowa aufgenommen. Noch während der ersten
Jahre seiner Ausbildung belegte er den dritten Platz beim den Völker
Kasachstans gewidmeten Wettbewerb. Ein Jahr später spielte er als Solist das
D-Dur Haydn Konzert, in Begleitung des Staatlichen Kammerorchesters der
Republik Kasachstan. Im Jahr 2002 trat er erneut als Solist auf, diesmal
wurde er vom Nationalen Symphonischem Orchester begleitet. Er spielte das
a-Moll-Konzert von E. Grieg.

Im Laufe seiner elf Jährigen Ausbildung
reiste er viel rum. Jugendfestivals, Wettbewerbe... In vielen Städten
Kasachstans, Russlands und auch in der Ukraine sammelte er wertvolle
Erfahrung. Mit siebzehn hatte er die Musikfachschule für hochbegabe Kinder
mit Auszeichnung abgeschlossen. Schon im Frühling des nächsten Jahres bestand
er die Aufnahmeprüfungen an der Staatlichen Hochschule für Musik und
Darstellende Kunst Mannheim und wurde in die Klasse von Prof. A. Pistorius
immatrikuliert. (Studiengang „Diplom Künstlerische Ausbildung"). In der nächsten
Zeit nahm an zahlreichen Klassenabenden, Klassenmatineen, Foren Neue Musik,
Veranstaltung der Musikhochschule „Junge Virtuosen", Meisterkursen u.a. an
der Musikhochschule Mannheim teil.

Außerdem gab er
seiner Ausbildung einen besonderen „Schliff" indem er Meisterkurse bei
Mikhail Voskresensky, Peter Feuchtwanger, Valery Afanassiev Felix Gottlieb
u.a. besuchte. Danach folgte ein Konzert mit dem Collegium Musicum Mannheim.
Vorgetragen wurde die „Phantasie über ungarische Volksmelodien" von F. Liszt.
Das begeisterte Publikum wollte nicht nach Hause gehen und Kritiker nannten
Stanislav später „Tastenlöwe". Im Winter 2010 flog er nach Kasachstan um dort
ein großes Konzert zu geben. Begleitet vom Staatlichen Symphonieorchester der
Republik Kasachstan spielte er drei großartige Werke von  F. Liszt: „Konzert A-Dur", „Dance macabre
(Totentanz)" und „Phantasie über ungarische Volksmelodien".

Im Jahre 2012 schloss Stanislav sein Studium
„Diplom Künstlerische Ausbildung" mit der Note von 1,0 ab. Als Prüfungswerke
wurden S. Rachmaninows Etüden-Tableaux Op. 33 und Op. 39 komplett gespielt.

Februar 2015 -
großer Erfolg in der Heidelberger Stadthalle mit dem 2. Klavierkonzert von S.
Rachmaninoff (Leitung: Rene Schuh).

Zurzeit befindet
er sich im Aufbaustudium (Solistische Ausbildung) bei Prof. Paul Dan. Wie
auch viele andere Künstler, fühlt sich Stanislav zu allem hingezogen was mit
Kunst zu tun hat. Poesie von u.a. Hermann Hesse, Charles Baudelaire, Sergei
Esenin, Wladimir Mayakovskiy... die Verbindung zwischen der Poesie und Musik
ist für Stanislav sehr wichtig, alle Künste dieser Welt stehen sich sehr nah,
man muss es nur fühlen können.

Der 1964
in Bern geborene Dirigent Stefan
Blunier
studierte in seiner Heimatstadt und an der Folkwang Universität
der Künste Essen Klavier, Horn, Komposition und Dirigieren. Sein
dirigentischer Werdegang kann als klassischer Weg durch die Opernhäuser
bezeichnet werden. Nach Stationen in Mainz, Augsburg und Mannheim, war er
2001-2008 Generalmusikdirektor am Staatstheater Darmstadt. Am 1. August 2008
übernahm Blunier die Position des Generalmusikdirektors der Beethovenstadt
Bonn und wurde somit gleichzeitig Chefdirigent des Beethoven Orchesters Bonn
und der Oper Bonn. 2011 wurde sein Vertrag in Bonn bis zum Ende der Spielzeit
2015/2016 verlängert. Mit Beginn der Saison 2010/2011 ist Stefan Blunier für
3 Jahre zum „Premier Chef Invité" des Orchestre National de Belgique in
Bruxelles ernannt worden.

Als
Preisträger bei den internationalen Dirigierwettbewerben in Besançon und
Malko in Kopenhagen begann Stefan Blunier früh mit einer regen
Konzerttätigkeit. Unterdessen gastierte er bei über 100 Sinfonieorchestern in
Europa und Asien. Dirigate übernahm er an den Opernhäusern in London,
München, Frankfurt, Hamburg, Leipzig, Stuttgart und Berlin (KO und DO) sowie
in Montpellier, Oslo, Zürich, Genf und Bern.

 

Seine
Konzertprogrammgestaltungen haben das Publikum in den vergangenen Spielzeiten
begeistert. Der Erfolg des Dirigenten mit dem Beethoven Orchester Bonn hat
überregionales Interesse an der Musik aus Bonn geweckt. Stefan Blunier
produzierte 35 CDs für SONY, CPO, CRYSTAL, HYPERION und MDG. Seine
CD-Einspielungen (Schönberg, Franz Schmidt, d'Albert, Bruckner, Liszt u. a.)
offenbaren musikalische Raritäten und werden von der Fachpresse in höchsten
Tönen gelobt. Für die CD-Einspielungen der Opern "Der Golem" von
Eugen d´Albert und „Irrelohe" von Franz Schreker wurde er gemeinsam mit dem
Beethoven Orchester Bonn 2011 und 2012 jeweils mit dem ECHO Klassik-Preis
ausgezeichnet.

Über die
Jahreswende 2011/2012 reiste GMD Blunier mit dem Beethoven Orchester Bonn
nach China, und gab u. a. in den Metropolen Hong Kong, Shanghai und Peking
umjubelte Konzerte. 2013 reiste das BOB auf seiner USA-Tournee an die
Ostküste und nach Florida. Der große Erfolg der 12 Konzerte veranlasste die
Agentur Columbia Artists zu einer Wiedereinladung im Frühjahr 2016.

Zu den
künftigen Aufgaben gehören die Dirigate an der Oper Frankfurt, der Deutschen
Oper Berlin, dem Grand Théâtre de Genève, dem Bolschoi Theater Moskau und der
Opera North Leeds.  Konzerte sind u.a.
geplant mit dem Orchestre National de Belgique, dem NHK Tokyo, dem Orquestra
Sinfónica do Porto, dem Orquestra Sao Paulo, dem South Netherlands
Philharmonic, dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester, dem Orchester des
Nationaltheaters Mannheim, und dem Orchester des Staatstheaters Hannover.

 

Seit dem Herbstsemester
2017/18 ist Stefan Blunier als Nachfolger von Prof. Klaus Arp Professor für
Orchesterleitung Sinfonik an der Staatlichen Hochschule für Musik und
Darstellende Kunst Mannheim.

 

 

 

Das Sinfonieorchester
der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim
hat
sich national und international einen Namen gemacht. Regelmäßig wird es zu
Gastspielen außerhalb Mannheims eingeladen. Besondere Höhepunkte waren dabei
die gefeierten Auftritte in der New Yorker Carnegie Hall und im Seoul Arts
Center sowie die Zusammenarbeit mit den Partneruniversitäten Yale University
(USA) und Seoul National University (Süd-Korea). Mehrere CD-Einspielungen
sowie die Zusammenarbeit mit berühmten Solisten wie Hanna-Elisabeth Müller,
Hanno Müller-Brachmann, Michael Nagy und Ragna Schirmer sind weitere Belege
der herausragenden Qualität dieses Ensembles.

 

Mitwirkende des Orchesters sind
ausschließlich Studierende der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende
Kunst Mannheim. Diese werden in hochselektiven Aufnahmeprüfungen nach
qualitativen Kriterien aus einer Vielzahl von Bewerbern ausgewählt. Nur circa
10 % der Bewerber können einen Studienplatz erhalten. Die Erfolge der
Studierenden entsprechen den Erwartungen. Sie gewinnen wichtigste
internationale Wettbewerbe (z. B. den ARD-Wettbewerb) und besetzen führende
Stellen bei bedeutendsten Orchestern (z. B. Berliner Philharmoniker, Münchner
Philharmoniker, Gewandhaus-Orchester Leipzig, Symphonieorchester des
Bayerischen Rundfunks), sie gastieren regelmäßig bei großen Festivals.

 

In intensiven Probenphasen entsteht aus
diesen hervorragenden Individualisten ein sensibel aufeinander reagierendes,
eingespieltes Ensemble. Die im Vergleich zu professionellen Musikern
geringere Erfahrung der Studierenden wird ausgeglichen durch die wesentlich
größere Zahl der Proben, durch die Zeit sich in Ruhe mit jedem
interpretatorischen Detail zu beschäftigen. Das Sinfonieorchester der
Hochschule dient damit nicht nur der beruflichen Vorbereitung der
Studierenden, es erreicht Leistungen, die die Zuhörer regelmäßig begeistern.