Musik in der Region, Orchester, Oper, Chor, Ballett

Sinfoniekonzert

Da-Young Lee, Klavier
(Klasse Prof. Michael Hauber)
Sinfonieorchester der Musikhochschule
Leitung: Klaus Arp

Dienstag, 12. Oktober 2010
18:00
Uhr
Saalbau
Bahnhofstr. 1
67434 Neustadt/Weinstraße
Eintritt: 5,-/erm. 2,50

 

Programm

 

 

 


Anton Webern

(1883-1945)

Sechs Stücke für großes Orchester op. 6


Sergej Rachmaninow

(1873-1943)

Rhapsodie über ein Thema von Paganini

- Introduction: Allegro vivace

- Variation I: Precedente

- Thema: L'isesso tempo

- Variation II: L'istesso tempo

- Variation III: L'istesso tempo

- Variation IV: Più vivo

- Variation V: Tempo precedente

- Variation VI: L'istesso tempo

- VII: Meno mosso, a tempo moderato

- Variation VIII: Tempo I

- Variation IX: L'istesso tempo

- Variation XI: Moderato

- Variation XII: Tempo di minuetto

- Variation XIII: Allegro

- Variation XIV: L'istesso tempo

- Variation XV: Più vivo scherzando

- Variation XVI: Allegretto

- Variation XVII: Allegretto

- Variation XVIII: Andante cantabile

- Variation XIX: A tempo vivace

- Variation XX: Un poco più vivo

- Variation XXI: Un poco più vivo

- Varitaion XXII: Un poco più vivo
   (Alla breve)

- Variation XXIII: L'istesso tempo

- Variation XXIV: A tempo un poco meno mosso

 


Da-Young Lee, Klavier

(Klasse Prof. Michael Hauber)


- Pause -


Robert Schumann

(1810-1856)

Sinfonie Nr. 2 C-Dur

- Allegro ma non troppo

- Scherzo

- Adagio espressivo

- Allegro molto vivace


Im Jahr des 200. Geburtstags Robert Schumanns stellen wir seine 2. Symphonie Werken des 20. Jahrhunderts gegenüber, die von ihrer Herkunft und Tonsprache verschiedener kaum sein könnten.

Anton Webern (1883-1945), Schüler und Freund Arnold Schönbergs, ist der radikalste und konsequenteste Vertreter der Wiener Schule. Seine „6 Stücke für Orchester op. 6" aus dem Jahre 1909 klingen heute noch verstörend und "publikumsverschreckend" aber auch erstaunend. Alles wesentlich wird nur einmal in konzentriertester Weise gesagt. Kein Gedanke wird wiederholt oder "durchgeführt". Haiku-hafte Klänge und Gedanken. Das längste der Stücke (Nr. 4) hat 40 Takte, das kürzeste  (Nr.3) lediglich elf. Vorbild waren sicherlich die Fünf Orchesterstücke seines Lehrers Arnold Schönberg, der schon 1908 die Idee der "wandernden Klangfarbenmelodie" herausarbeitete. Noch heute sind diese "kleinen" Stücke Schlüsselwerke der Musikgeschichte.

Im "richtigen" Leben war Webern Operettenkapellmeister. 1945 wurde er aufgrund einer Verwechslung von einem amerikanischen Soldaten erschossen.

Sergej Wassiljewitsch Rachmaninow (1873 - 1943) war sicherlich einer der größten und brillantesten Pianisten seiner Zeit und auch zeit seines Lebens als solcher eher bekannt. Seine Kompositionen wurden (und werden zum Tei bis heute) von der Fachwelt als rückständig und seiner Zeit nicht gemäß angesehen.  Das Publikum und die Musiker, vor allem die Pianisten haben darüber schon immer anders gedacht. Die „Rhapsodie über ein Thema von Paganini" komponierte er 1934 in der Schweiz und führte es zusammen mit dem Philadelphia Orchestra unter Leitung von Leopold Stokowski am 7. November des Jahres in Baltimore auf. Dieses Thema mit elf Variationen von Nicolò Paganini (Caprice Nr. 24 für Violine Solo) hat schon im 19. Jahrhundert viele Komponisten (u.a. Schumann, Liszt, Brahms) zu eigenen virtuosen Ausarbeitungen angeregt und tut es bis in die heutige Zeit (u.a. Boris Blacher, Andrew Lloyd Webber). Vielleicht ist es die Einfachheit des Themas und seiner Form, die zur eigenen Ausgestaltung einlädt: "Ach, dazu fällt mir auch noch etwas ein..." Aber dieses Thema hat sich schon fast zu einem Topos der virtuosen Instrumentalliteratur entwickelt.

Der Zuhörer kann zu jeder Zeit dem Verlauf der Grundform ohne Mühe folgen. Rachmaninow stellt zunächst (ähnlich dem Finale der Eroica- Sinfonie) den "Bass" vor und benutzt das Thema dann ganz konventionell mit immer virtuoseren Ausdeutungen. Selbst seine populär gewordene elegische Ausdeutung in Des-Dur ist nichts anderes als die Umkehrung der Hauptfigur. Am Ende kombiniert er dieses eher "teuflisch-lustige" Thema mit dem gregorianischen "Dies Irae", ähnlich wie in seinen Symphonischen Tänzen op. 45.

 

Auch Robert Schumann war von Paganini fasziniert. Als er ihn in jungen Jahren erlebte, stand sein Entschluss fest, Klaviervirtuose zu werden. Die Gründe, die das verhinderten, sind bekannt.

"In mir paukt und trompetet es seit einigen Tagen sehr (Trombe in C); weiß nicht, was daraus werden wird..." schrieb Schumann 1845 an seinen Freund Mendelssohn. Einige Zeit zuvor war die große C-Dur-Sinfonie Franz Schuberts durch ihn entdeckt und aufgeführt worden. Ein direktes Vorbild für seine eigene C-Dur-Sinfonie kann man nicht erkennen. Das erste Trompetensignal erinnert eher an Haydns Sinfonie Nr. 104 in D-Dur. 1844 hatte Schumann einen physischen und psychischen Zusammenbruch erlitten, der ihn lange arbeitsunfähig gemacht hatte. Erst mit der Arbeit an diesem op. 61 begann er allmählich wieder Kräfte zu sammeln. Hört man das dieser Musik an? Vielleicht in der langsamen Einleitung und dem "launenhaften, widerspenstigen" 1. Satz? Vielleicht in dem himmlisch traurig-ernsten 3. Satz? Vielleicht in dem vorwärtsstürmenden Trotz des Finales? Ja, und vielleicht auch in dem tröstend-triumphalen Abschluss der Sinfonie? Im 2. Satz, dem virtuosen und spritzigen Scherzo jedenfalls kaum. Der stets literarische Bezug seiner Musik ist bekannt. Bei dieser Symphonie jedoch drängt sich kein außermusikalisches Programm auf. Die Themen sind mottohaft in allen Sätzen aufeinander bezogen und in das symphonische Geschehen verwoben, ohne dem Hörer ständig "vor die Nase" gehalten zu werden. Und wie aus einer melancholischen Melodie eine triumphale werden kann, erleben wir zwischen dem 3. Satz und dem zweiten Thema des Finales.                                          - Klaus Arp -


Da-Young Lee, Klavier

Da-Young Lee wurde 1982 in Daegu, Südkorea, geboren und begann im Alter von sieben Jahren mit dem Klavierspiel. Ab 1998 erhielt sie Unterricht bei Prof. Hye-Kyung Kim an der Kyung-Buk Art High School. Danach studierte sie bei Prof. Sung-Won Lee an der Kye-Myung University. Während ihres Studiums konzertierte sie mit verschiedenen Orchestern, u.a. mit dem Kyung-Buk Art Highschool Orchester, den Daegu Stadt-Philharmonikern und den New Philharmonikern.

 

In Deutschland konzertierte sie mit dem Kurpfälzischen Kammerorchester, sowie in Italien mit dem Philharmonic Orchestra „Mihail Jora" di Bacau-Romania.  Sie gewann Preise bei Wettbewerben der Kye-Myung Universitäts, der katholischen Universität Daegu und den bei dem italienischen Wettbewerb „Valeria Martina". Ihr Studium an der Sa-Chun Music-School (China) schloss sie als beste Studentin ab. Darüber hinaus erhielt sie 2001 ein Stipendium ihrer Universität. Da-Young Lee studiert bei Prof. Michael Hauber an der Musikhochschule Mannheim.


Sinfonieorchester der Musikhochschule

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gaben die Musiker der seinerzeit weltberühmten Mannheimer Hofkapelle (die sogenannte „Mannheimer Schule") um Johann Wenzel Stamitz entscheidende Impulse zur Weiterentwicklung der Orchesterkultur. Die neuen Spielweisen wurden auch pädagogisch verbreitet. Seit 1776 war hier die Mannheimer Tonschule des Abbé Vogler führend, sie bildet das Vorbild für zahlreiche Gründungen von Konservatorien und Musikhochschulen im 19. Jahrhundert. Die zentrale Stellung des Orchesters in der Ausbildung des musikalischen Nachwuchses hat sich in Mannheim bis heute erhalten. An der Hochschule sind Studierende aus allen Kontinenten eingeschrieben, sie erhalten eine umfassende Ausbildung sowohl im Konzert- wie auch im Opernrepertoire. Durch die neu gegründete „Orchesterakademie Rhein-Neckar" - eine Kooperation der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim mit den vier professionellen Orchestern in Heidelberg, Ludwigshafen und Mannheim - wird das Angebot noch intensiviert.

 Das Sinfonieorchester der Hochschule konzertiert regelmäßig auch im Ausland. Seit 2001 besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Orchester der Seoul National University, die gemeinsamen Tourneen durch Deutschland und Korea und USA (Carnegie-Hall) wurden von der Kritik enthusiastisch gefeiert.

 


Klaus Arp

studierte an der Hamburger Musikhochschule (Klavier, Dirigieren, Komposition) und leitete eine eigene Jazz-Combo und ein Ensemble für minimal-music. 1975-81 arbeitete er als Assistent und Solopianist an der Hamburgischen Staatsoper.

1981-1987 war er erster Kapellmeister am Stadttheater Koblenz und 1987-1995 Chefdirigent des Rundfunkorchesters des Südwestfunks (Kaiserslautern). Seit 1993 ist Klaus Arp Professor für Orchesterleitung und Leiter des Hochschulorchesters der Musikhochschule Mannheim. Als Gastdirigent ist er international tätig, arbeitet auch immer wieder mit Jugendorchestern. Seit 1992 ist er künstlerischer Leiter der Stiftung Villa Musica Mainz. Im Mai 2005 erhielt Klaus Arp den Kunstpreis des Landes Rheinland-Pfalz.

 


Die Mitglieder des Sinfonieorchesters der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim

 

 

1. Violine                                                                    2.Violine

 

Isabel Jimenes Montes Konzertmeisterin                      Ronner José Urbina Cubillàn Stimmführer

Yulia Baranova                                                           Livia Hermann

Kirim Kim                                                                   Valentin Weibert

Yoe Rae Kim                                                              Tonio Geugelin

David Friedrich Tebbe                                                 Arseni Kulakov Tarasov

Oskar Vanorek                                                            Stephen Shareski

Sebastian Wehrfritz                                                     Aglaja Vollstedt

Rasa Zukauskaite                                                        Lisa Trautmann

Pia Grutschus                                                              Maksim Sadouski

 

Viola                                                                           Violoncello

Jaroslava Pelevina Stimmführerin                                Sven Mühleck Stimmführer

Fernando Bencomo                                                      Maria Jesus Coll Moreta

Yuria Uno                                                                   Yerin Chun

Ilka Morlok                                                                 Noemi Puente Belda

Eun Kyung Hong                                                         Sang Ho Kim

Sin-Ae Yang                                                               Juan-Ling Chia

Yoly Adriana Aragòn Pérez                                         Bom Kim

Hyunkyung Lim                                                           Ji-Eun Yang

 

 

Kontrabass                                                                

Jacy Cobalis Stimmführer

Gyu-Hye Jeon

Blake Thomson

Noriko Okamoto

Kornélia Rihay

Francesco Di Giovannantonio

 

Flöte                                                                          Oboe

 

Seunghwan Shin                                                          Àgnes Grube

Shuang Zhao                                                               Suna Park

 

Piccoloflöte                                                                Englischhorn

 

ZongQin Liu                                                                Rebekka Wahl

 

 

 

 

 

 

 

 

Klarinette                                                                   Fagott

Heike Hollborn                                                            Sertac Cevikkol

Michaela Butz                                                             Sandra Frey

 

Bassklarinette                                                            Kontrafagott

 

Michael Reich                                                             Sandra Frey

 

 

Horn                                                                          Trompete

 

Philip Usselmann                                                         Marina Gönen

Reinhard Westpfahl                                                     HuanWei Li

Joung Eun Choi                                                Stefan Ziegler

Ying-Hsuan Tu                                                            Jan Olaf Glomb

                                                                                  Annika Rau

 

 

Posaune                                                                     Tuba

Song-Hee Kim                                                            Santiago Mazzia

Karoline Vogt

Eun-Jin Park

Erwin Schwichtenberg

 

Schlagzeug                                                                Harfe

 

Haris Dzanic                                                               Johanna Kohl

Younjin Cho

Calum Huggan                                                            Celesta

Mingu Yoon

Junkweon Park                                                            Joongbae Jee / Olivier Pols

Thomas Weigl