Heidelberg, Musik in der Region, Orchester, Oper, Chor, Ballett

Sinfoniekonzert

Sinfonieorchester der Musikhochschule
Leitung: Dirigierstudierende der Klasse Prof. Klaus Arp

Montag, 11. Oktober 2010
19:30
Uhr
Augustinum
Jaspersstr. 2
69126 Heidelberg
Eintritt frei (Spenden)

 

Programm

 

 

 

Anton Webern

(1883-1945)

Sechs Stücke für großes Orchester, op. 6


Leitung: Olivier Pols


Ralph Vaughan-Williams

(1872-1958)

Fantasy on a Theme by Thomas Tallis


Leitung: Christian Weidt


- Pause -


Robert Schumann

(1810-1856)

Sinfonie Nr. 2 C-Dur

- Allegro ma non troppo

 


Leitung: Lorenzo Da Rio

- Scherzo


 

 Leitung: Christian Weidt

- Adagio espressivo


 

Leitung: Olivier Pols

- Allegro molto vivace


 

Leitung: Yuman Xiao


Im Jahr des 200. Geburtstags Robert Schumanns stellen wir seine 2. Symphonie Werken des 20. Jahrhunderts gegenüber, die von ihrer Herkunft und Tonsprache verschiedener kaum sein könnten.

Anton Webern (1883-1945), Schüler und Freund Arnold Schönbergs, ist der radikalste und konsequenteste Vertreter der Wiener Schule. Seine „6 Stücke für Orchester op. 6" aus dem Jahre 1909 klingen heute noch verstörend und "publikumsverschreckend" aber auch erstaunend. Alles wesentlich wird nur einmal in konzentriertester Weise gesagt. Kein Gedanke wird wiederholt oder "durchgeführt". Haiku-hafte Klänge und Gedanken. Das längste der Stücke (Nr. 4) hat 40 Takte, das kürzeste  (Nr.3) lediglich elf. Vorbild waren sicherlich die Fünf Orchesterstücke seines Lehrers Arnold Schönberg, der schon 1908 die Idee der "wandernden Klangfarbenmelodie" herausarbeitete. Noch heute sind diese "kleinen" Stücke Schlüsselwerke der Musikgeschichte.

Im "richtigen" Leben war Webern Operettenkapellmeister. 1945 wurde er aufgrund einer Verwechslung von einem amerikanischen Soldaten erschossen.

 

Die Musik des englischen Komponisten Ralph Vaughan Williams (1872 - 1958) könnte gegensätzlicher gar nicht sein. Zeit seines Lebens blieb er der Tonalität treu, beschäftigte sich sogar eher mit der Musik des Mittelalters und der englischen Renaissance und suchte in diesen archaischen Klängen seinen eigenen Weg der Erneuerung. Er komponierte u.a. neun Symphonien, in denen er seine Ästhetik zwischen Kirchentonalem, (englisch) Volksliedhaftem aber auch dissonant Harmonischem darstellte. Seine „Fantasia on a theme by Thomas Tallis" wurde etwa zur selben Zeit wie die Stücke Weberns konzipiert und verarbeiten die Musik des englischen Renaissance-Komponisten Tallis in einer seiner effektvollen Ausdeutung und Instrumentation, indem er die Klangfarbe eines Streichquartetts dem eines Streichorchesters und eines kleinen "Fern-Streichorchesters" gegenüberstellt und so den Eindruck einer mehrchörigen Komposition in einer Kathedrale vermittelt. Dieses Werk kann man wohl zu den populärsten seines Komponisten zählen.

Robert Schumann war von Nicolò Paganini  und seiner Spielkunst fasziniert. Als er ihn in jungen Jahren erlebte, stand sein Entschluss fest, Klaviervirtuose zu werden. Die Gründe, die das verhinderten, sind bekannt.

"In mir paukt und trompetet es seit einigen Tagen sehr (Trombe in C); weiß nicht, was daraus werden wird..." schrieb Schumann 1845 an seinen Freund Mendelssohn. Einige Zeit zuvor war die große C-Dur-Sinfonie Franz Schuberts durch ihn entdeckt und aufgeführt worden.

 

Ein direktes Vorbild für seine eigene C-Dur-Sinfonie kann man nicht erkennen. Das erste Trompetensignal erinnert eher an Haydns Sinfonie Nr. 104 in D-Dur. 1844 hatte Schumann einen physischen und psychischen Zusammenbruch erlitten, der ihn lange arbeitsunfähig gemacht hatte. Erst mit der Arbeit an diesem op. 61 begann er allmählich wieder Kräfte zu sammeln. Hört man das dieser Musik an? Vielleicht in der langsamen Einleitung und dem "launenhaften, widerspenstigen" 1. Satz? Vielleicht in dem himmlisch traurig-ernsten 3. Satz? Vielleicht in dem vorwärtsstürmenden Trotz des Finales? Ja, und vielleicht auch in dem tröstend-triumphalen Abschluss der Sinfonie? Im 2. Satz, dem virtuosen und spritzigen Scherzo jedenfalls kaum. Der stets literarische Bezug seiner Musik ist bekannt. Bei dieser Symphonie jedoch drängt sich kein außermusikalisches Programm auf. Die Themen sind mottohaft in allen Sätzen aufeinander bezogen und in das symphonische Geschehen verwoben, ohne dem Hörer ständig "vor die Nase" gehalten zu werden. Und wie aus einer melancholischen Melodie eine triumphale werden kann, erleben wir zwischen dem 3. Satz und dem zweiten Thema des Finales.                                          - Klaus Arp -


Sinfonieorchester der Musikhochschule

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gaben die Musiker der seinerzeit weltberühmten Mannheimer Hofkapelle (die sogenannte „Mannheimer Schule") um Johann Wenzel Stamitz entscheidende Impulse zur Weiterentwicklung der Orchesterkultur. Die neuen Spielweisen wurden auch pädagogisch verbreitet. Seit 1776 war hier die Mannheimer Tonschule des Abbé Vogler führend, sie bildet das Vorbild für zahlreiche Gründungen von Konservatorien und Musikhochschulen im 19. Jahrhundert. Die zentrale Stellung des Orchesters in der Ausbildung des musikalischen Nachwuchses hat sich in Mannheim bis heute erhalten. An der Hochschule sind Studierende aus allen Kontinenten eingeschrieben, sie erhalten eine umfassende Ausbildung sowohl im Konzert- wie auch im Opernrepertoire. Durch die neu gegründete „Orchesterakademie Rhein-Neckar" - eine Kooperation der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim mit den vier professionellen Orchestern in Heidelberg, Ludwigshafen und Mannheim - wird das Angebot noch intensiviert.

Das Sinfonieorchester der Hochschule konzertiert regelmäßig auch im Ausland. Seit 2001 besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Orchester der Seoul National University, die gemeinsamen Tourneen durch Deutschland und Korea und USA (Carnegie-Hall) wurden von der Kritik enthusiastisch gefeiert.

 

 

 


Olivier Pols,

1989 in Heemskerk / Niederlande geboren, wuchs zweisprachig im süddeutschen Raum auf. Er erlernte bereits in jungen Jahren Schlagzeug, Klavier, Horn, Posaune und Tuba.  

Orchester- und Dirigiererfahrung sammelte er schon früh in mehreren Blasorchestern und Kantatenchören, unter anderem in der Bläserphilharmonie Mannheim.

Er gewann seit seinem 13ten Lebensjahr mehrere Jugend-kompositionswettbewerbe auf Bundesebene mit Blasorchesterwerken sowie mit Kammermusik.

Im Alter von 15 Jahren wurde Olivier Vorschüler an der Musikhochschule Karlsruhe im Fach Orchesterdirigieren bei Prof. Andreas Weiss. Nach seinem  Abitur im Jahre 2006 schloss sich ein Dirigierstudium an der  Musikhochschule Mannheim  bei Prof. Klaus Arp und Prof. Georg Grün an.

Neben seinem Studium erweiterte er seine Kenntnisse durch verschiedene Meisterkurse u.a. bei Atilla Pless (Klavier), Gabriel Jaime Betancur (Horn), sowie  im dirigentischen Bereich bei Wladimir Kiradiev, Adriano Martinolli , Georgi Dimitrov , Mark Stringer , Daniel Harding , Gustavo Dudamel , Peter Gülke  und Bernard Haitink .

Auf Einladung vom Vorsitzenden des Jugendprojektes AMADEUS in Kolumbien dirigierte er dort im Sommer 2006 ein Konzertprogramm mit dem A-Jugendsinfonieorchester von Medellin.

Olivier dirigierte bereits  die Stuttgarter Philharmoniker,  das Simon Bolivar Jugendorchester Venezuela, die Luzern Festival Strings, die Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz, die Deutsche Kammerakademie Neuss am Rhein, das Süddeutsche Kammerorchester Pforzheim, das Kurpfälzische Kammerorchester Mannheim, das Philharmonische Orchester Plovdiv (Bulgarien), das „Czech Virtousi"-Kammerorchester sowie die Baden-Badener Philharmonie.

Im Oktober 2009 dirigierte er im Rahmen eines Austauschs das Seoul National University Orchestra.

Seit dem Frühjahr 2007 ist er Orchesterassistent des Sinfonieorchesters  der Musikhochschule Mannheim.

Seine Kompositionen werden bei Tierolff Muziekcentrale B.V. in den Niederlanden verlegt.


Christian Weidt,

Jahrgang 1983, erhielt seinen ersten Klavierunterricht im Alter von neun Jahren und wechselte mit vierzehn Jahren zur Meisterklasse ARS MUSICA, wo er in Klavier, Tonsatz und Gehörbildung unterrichtet wurde. Mit siebzehn Jahren begann er seine Tätigkeit als Kirchenchorleiter und Dirigent eines Jugendorchesters. Nach dem Abitur studierte er Musik und Germanistik an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und schloss das Erste Staatsexamen im Jahr 2008 ab. In Mainz erhielt er Unterricht in Klavier bei Daniela Ballek, Tonsatz bei Prof. Tobias Rokahr und Chorleitung bei Prof. Ralf Otto. Seit 2008 studiert er Orchesterdirigieren bei Prof. Klaus Arp und Prof. Grün an der Musikhochschule Mannheim. Ebenfalls seit dieser Zeit ist er Dirigent des Schriesheimer Kammerorchesters.

Christian Weidt dirigierte u.a. die Baden-Badener Philharmoniker, die Württembergische Philharmonie Reutlingen, die Kammerphilharmonie Rhein-Main, das Símon Bolivar Jugendorchester, die Philharmonie Plovdiv (Bulgaria) und das Orchester der Seoul National University (Korea). Meisterkurse absolvierte er unter anderem bei Hun-Joung Lim (Korea) und Gustavo Dudamel (Venzuela).

Neben dem Dirigieren trat Christian Weidt früh als Komponist in Erscheinung. So führte er im Alter von neunzehn Jahren seine erste Sinfonie "Prometheus" für Klavier, Sprecher, Chor und großes Orchester auf. 2006 brachte er seine Messevertonung "Missa dignita" zur Uraufführung und spielte 2007 seine zweite Sinfonie "Welterbe" mit der Kammerphilharmonie Rhein-Main auf CD ein, die in Berlin präsentiert wurde.

 


Lorenzo Da Rio

studierte Orgel, Chordirigieren und Komposition an der  "Conservatorio Statale di Musica G. Tartini" in Triest (Italien) unter Leitung von Prof. M. Girotto (Orgel) und Prof A. Martinolli d'Arcy (Dirigieren). Orchesterdirigieren studierte er auch an der "Scuola Superiore di Musica Pescarese", Pescara (Italien) bei Prof. G. Serembe und Prof. D. Renzetti und besuchte zahlreiche Dirigenten- und Orgelseminare in Italien und in Deutschland. Zur Zeit studiert er „Künstlerische Ausbildung" und "Musiklehrer" im Fach Dirigieren bei Georg Grün und Klaus Arp an der Musikhochschule in Mannheim.

Er arbeitet in Mannheim als Organist und Chordirigent in verschiedenen Kirchen und Vereinen.

 


Yuman Xiao

wurde 1980 in Huhhot, Nei Mengol (China) geboren. Sie studierte in Peking an der chinesischen Zentralmusikhochschule Orchesterdirigieren und an der Musikhochschule in Peking - Hochschule für Musik China - Chordirigieren. Von März bis November 2009 war sie Gaststudentin bei Bernhard Epstein an der Musikhochschule in Stuttgart.

2004 bis 2005 war sie Dirigentin am Theater Nei Mengol, 2005 bis 2006 Chordirigentin und Musikpädagogin in Amman (Jordanien), 2007-2008 war sie Dozentin der Musikfakultät der Universität Xiamen und Dirigentin am dortigen Theater.

Yuman Xiao studiert an der Musikhochschule Mannheim in der Dirigierklasse Prof. Klaus Arp.

 

 

 

 


Die Mitglieder des Sinfonieorchesters der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim

 

 


1. Violine                                                                    2.Violine

 

Isabel Jimenes Montes Konzertmeisterin                      Ronner José Urbina Cubillàn Stimmführer

Yulia Baranova                                                           Livia Hermann

Kirim Kim                                                                   Valentin Weibert

Yoe Rae Kim                                                              Tonio Geugelin

David Friedrich Tebbe                                                 Arseni Kulakov Tarasov

Oskar Vanorek                                                            Stephen Shareski

Sebastian Wehrfritz                                                     Aglaja Vollstedt

Rasa Zukauskaite                                                        Lisa Trautmann

Pia Grutschus                                                              Maksim Sadouski

 


Viola                                                                           Violoncello

Jaroslava Pelevina Stimmführerin                                Sven Mühleck Stimmführer

Fernando Bencomo                                                      Maria Jesus Coll Moreta

Yuria Uno                                                                   Yerin Chun

Ilka Morlok                                                                 Noemi Puente Belda

Eun Kyung Hong                                                         Sang Ho Kim

Sin-Ae Yang                                                               Juan-Ling Chia

Yoly Adriana Aragòn Pérez                                         Bom Kim

Hyunkyung Lim                                                           Ji-Eun Yang

 

 


Kontrabass                                                                

Jacy Cobalis Stimmführer

Gyu-Hye Jeon

Blake Thomson

Noriko Okamoto

Kornélia Rihay

Francesco Di Giovannantonio

 


Flöte                                                                          Oboe

 

Seunghwan Shin                                                          Àgnes Grube

Shuang Zhao                                                               Suna Park

 


Piccoloflöte                                                                Englischhorn

 

ZongQin Liu                                                                Rebekka Wahl

 

Klarinette                                                                   Fagott

Heike Hollborn                                                            Sertac Cevikkol

Michaela Butz                                                             Sandra Frey

 

Bassklarinette                                                            Kontrafagott

 

Michael Reich                                                             Sandra Frey

 

 

Horn                                                                          Trompete

 

Philip Usselmann                                                         Marina Gönen

Reinhard Westpfahl                                                     HuanWei Li

Joung Eun Choi                                                Stefan Ziegler

Ying-Hsuan Tu                                                            Jan Olaf Glomb

                                                                                  Annika Rau

 

 

Posaune                                                                     Tuba

Song-Hee Kim                                                            Santiago Mazzia

Karoline Vogt

Eun-Jin Park

Erwin Schwichtenberg

 

Schlagzeug                                                                Harfe

 

Haris Dzanic                                                               Johanna Kohl

Younjin Cho

Calum Huggan                                                            Celesta

Mingu Yoon

Junkweon Park                                                            Joongbae Jee / Olivier Pols

Thomas Weigl